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Schwendener vor erstem Duell gegen Wohnungskollegen?

Im Spengler-Cup-Final hat Janick Schwendener mit einem Shutout seinen redlichen Teil zum Turniersieg von Servette geleistet. Ob er morgen erstmals das Genfer Tor gegen den HCD hütet, weiss der 22-jährige Davoser selber noch nicht.

Südostschweiz
03.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Mit Janick Schwendener sprach Hansruedi Camenisch

Janick Schwendener, Sie befinden sich zurzeit – während dieses Gesprächs am Freitagnachmittag – mit dem Auto unterwegs von Davos nach Genf. Folglich gehe ich davon aus, dass Sie auch in nächster Zeit für Servette das Tor hüten werden.

Janick Schwendener: Ich weiss, dass ich mit Servette am Samstagmittag das erste Training im neuen Jahr absolvieren werde. Die ganze Mannschaft hatte seit dem Gewinn des Spengler Cups frei. Wie es mit mir in den nächsten Wochen weitergehen wird, weiss ich selber noch nicht. Fakt ist, dass ich noch einen Vertrag bis zum Saisonende bei Davos habe und der HCD mich an Servette ausgeliehen hat wegen des grossen Verletzungspechs der Genfer mit ihren Torhütern.

Es ist also gut möglich, dass Sie am Sonntag mit Servette in Davos gegen den HCD antreten – also erstmals in Ihrer Karriere gegen Ihre eigentlichen Teamkameraden.

Ich habe mir deswegen einige Gedanken gemacht. In Davos teile ich eine Wohnung mit den HCD-Spielern Enzo Corvi und Sven Jung. Ich bemerkte am Küchentisch, dass es cool wäre, am Sonntag gegen sie zu spielen. Wir blödelten dann etwas, was wohl wäre, wenn sie gegen mich in eine gute Abschlussposition kämen. Aber im Ernst: Sie wissen aus unzähligen Trainings, wie ich in der Regel in solchen Situationen reagiere. Handkehrum weiss ich, welche Tricks sie dann meist auspacken. Ich glaube, da gibt es weder für den Goalie noch die Angreifer Vorteile. Speziell habe ich mich damit aber noch gar nicht auseinandergesetzt. Falls ich gegen den HCD spiele, werden mir noch ein paar Gedanken durch den Kopf schiessen.

«Mit Corvi und Jung geblödelt»

Dazu werden Sie auf der langen Carfahrt von Genf nach Davos noch genügend Zeit haben …

(lacht) So kann man es auch sagen. Zurzeit weiss ich nicht einmal, ob wir schon am Samstag oder erst am Sonntag früh in Genf abfahren werden. Der Match beginnt ja schon um 15.45 Uhr.

Seit dem Coup am Spengler Cup haben Sie zweimal darüber schlafen können. Wie fühlt sich der Turniersieg rückblickend an?

Es ist nach wie vor unglaublich schön. Vor ein paar Jahren hatte ich noch nicht einmal zu träumen gewagt, dass ich als Spieler am Spengler Cup teilnehmen oder sogar das Tor des Siegerteams hüten würde. Doch jetzt habe ich das erfolgreiche Turnier bereits abgehakt. Ich schaue nach vorne auf die kommenden Meisterschaftsspiele.

Sie beendeten den Spengler-Cup-Final mit einem 3:0-Sieg und folglich einem Shutout. Alle 21 Schüsse von Salawat Julajew Ufa wehrten Sie ab.

Wir waren wie bereits in unseren drei vorangegangenen Spengler-Cup-Partien über 60 Minuten gesehen die bessere Mannschaft mit mehr und besseren Torchancen. Ich hatte im Final nicht allzu viel zu tun. Im Startdrittel musste ich nur drei Schüsse abwehren. Das machte meine Aufgabe allerdings nicht einfacher, um richtig ins Spiel zu kommen. Nachher bekam ich einige heikle Schüsse. Mir gelangen aber gute Saves, so dass ich nie in Stresssituationen kam, auch bei Abprallern nicht. Zu null zu spielen ist für einen Torhüter immer schön – in einem Final natürlich erst recht.

Stieg nach der Siegerehrung noch eine grosse Party in der Servette-Kabine?

Die Freude war riesig, doch die Euphorie in der Kabine gemeinsam mit Familienangehörigen von Spielern und Staff sowie Vorstandsmitgliedern hielt sich im Rahmen. Die Genfer wollten möglichst rasch nach Hause. So lag nicht viel mehr als ein Bier drin. Ich blieb in Davos und feierte den Jahreswechsel mit Freunden.

«Ich schaue von Tag zu Tag»

Sie spielten am Spengler Cup fast 200 Minuten, liessen bei 90 Schüssen nur sechs Gegentore zu und beendeten das Turnier mit einer Savety-Quote von 93,33 Prozent.

Das sind schöne Zahlen. Ich sage mir, dass ein Goalie mehr als 90 Prozent aller Schüsse parieren sollte, damit das Team eine Chance auf einen Punktgewinn hat. Wenn ich jeweils auf eine Quote von mehr als 92 Prozent komme, bin ich persönlich recht zufrieden.

Wie wichtig sind Ihre Spengler-Cup-Einsätze und natürlich auch der Turniersieg für Ihre Zukunft?

Ich hoffe, dass ich mit meinen Auftritten und Leistungen Werbung in eigener Sache machen konnte. Vorläufig schaue ich von Tag zu Tag. Ich bin flexibel und versuche, wo auch immer ich gerade spiele, mein Bestes zu geben.

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