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Schweizer wollen ein positives Signal senden

Handball Die Schweiz bekommt es am Yellow Cup ab Freitag mit der Slowakei sowie den WM-Teilnehmern Weissrussland und Tunesien zu tun.

Südostschweiz
31.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

43. Yellow Cup in Winterthur

Programm

Freitag, 2. Januar, 18.30 Uhr: Schweiz – Slowakei. 21.00 Uhr: Tunesien – Weissrussland. – Samstag, 3. Januar, 18.00 Uhr: Slowakei – Tunesien. 20.15 Uhr: Schweiz – Weissrussland. – Sonntag, 4. Januar, 13.30 Uhr: Weissrussland – Slowakei. 15.45 Uhr: Schweiz – Tunesien.

si. Im vergangenen Jahr bildete der Yellow Cup den Auftakt in die Ära von Rolf Brack. Damals gewannen die Schweizer zwar das Startspiel gegen Weissrussland (31:25), den Sieger der letzten beiden Austragungen, danach verloren sie aber gegen Russland (31:35) sowie Ägypten (27:28) und beendeten das Turnier im letzten Rang. Auch die Gesamtbilanz unter Brack ist negativ, und zwar deutlich: In 18 Partien setzte es 13 Niederlagen und bloss drei Siege ab. Dennoch scheint der 61-jährige, detailversessene Sportwissenschaftler der richtige Mann dafür zu sein, die Schweiz im internationalen Handball wieder besser zu positionieren. Es waren durchaus schon positive Ansätze zu sehen, ein Highlight bildet das 28:28 in Deutschland im September.

«Bis zu den Spielen gegen Tunesien (im Juni) war es eine Findungsphase», sagte Brack. «Dabei haben sich viele Spieler herauskristallisiert, die in mein Konzept gut reinpassen, welche die entsprechende Einstellung mitbringen.» Nun hofft der Deutsche, am Yellow Cup eine erste Entwicklungsphase positiv abzuschliessen. Am meisten Potenzial sieht Brack in der Defensive. «Dort haben wir noch sehr viele Defizite. Wir müssen antizipativer, aggressiver, frecher und vor allem cleverer spielen. Wir müssen mehr Feuer reinbringen, in der 6-0-Deckung moderner spielen, nicht so passiv orientiert.»

Unkonventioneller Handball

Manuel Liniger bezeichnete die Verpflichtung von Brack als «neuen Versuch, einen Schritt weiterzukommen, da man sah, dass es vorher nicht funktioniert hat». Dessen Handball bezeichnete der Routinier als unkonventionell. Liniger weiss aber aus den gemeinsamen Jahren in Balingen bestens, dass alles «Hand und Fuss hat». Es brauche aber Geduld. Im ersten Jahr sei sicherlich noch nicht alles verstanden worden. Es sei eine neue Art, Handball zu spielen. Für Liniger ist aber auch klar, dass ein Nationaltrainer «nicht extrem viel ausrichten kann». Vielmehr müsse gut in den Vereinen gearbeitet werden.

Der Yellow Cup ist für Liniger ein idealer Anlass zur Weiterentwicklung. «Wir brauchen in unserer Situation jedes Spiel auf hohem Niveau.» Die Gegner sind für ihn gut ausgewählt, sie seien etwa auf ihrer Stufe. «Wir haben sicher eine Chance, das Turnier zu gewinnen. Wir können aber auch gegen alle verlieren.» In der Tat präsentiert sich die Ausgangslage sehr offen. Gegen Weissrussland ist die Bilanz der SHV-Auswahl positiv, gegen Tunesien und die Slowakei ist sie ausgeglichen.

Brack geht das Turnier aber nicht nur ergebnisorientiert an, er will auch die Variabilität weiterentwickeln. Von daher wird er in den einzelnen Partien Schwerpunkte setzen. Andererseits möchte er aber nach aussen ein positives Signal senden. «Das Ziel wäre, gegen die Slowakei positiv in den Yellow Cup zu starten. Dann schauen wir von Spiel zu Spiel. Tunesien ist sicherlich der Favorit.»

Im Gegensatz zum Vorjahr können die Schweizer diesmal auf den bei den Rhein-Neckar-Löwen engagierten Regisseur Andy Schmid zählen. Der MVP der vergangenen Bundesliga-Saison ist der unbestrittene Star im Team.

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