Schweiz kann den Super-GAU abwenden
Die Schweiz hat sich an der U20-Eishockey-WM in Kanada den Ligaerhalt gesichert. Wie im ersten Spiel der Abstiegsrunde gegen Deutschland setzte sie sich auch in der zweiten Partie 5:2 durch und entschied die Best-of-3-Serie 2:0 für sich.
Die Schweiz hat sich an der U20-Eishockey-WM in Kanada den Ligaerhalt gesichert. Wie im ersten Spiel der Abstiegsrunde gegen Deutschland setzte sie sich auch in der zweiten Partie 5:2 durch und entschied die Best-of-3-Serie 2:0 für sich.
Von Sascha Fey
Eishockey. – Im ersten Duell der Abstiegsrundenserie waren die Schweizer 3:0 in Führung gegangen, diesmal gerieten sie in der 14. Minute durch ein Powerplay-Tor in Rückstand. Sie reagierten aber umgehend. 72 Sekunden später glich Jason Fuchs mit seinem ersten Skorerpunkt an diesem Turnier aus, weitere 67 Sekunden danach brachte Denis Malgin mit seinem ersten Tor nach sechs Assists die Schweizer in Führung. Nach dem 3:1 von Pius Suter (32.) gelang den Deutschen zwar dank einem weiteren Treffer in Überzahl noch das 2:3 (39.), erneut Suter (54.) sowie Timo Meier (55.) machten aber mit einem weiteren Doppelschlag alles klar. Die Bilanz im letzten Drittel lautete: Vier Schüsse, zwei Tore. Nationaltrainer John Fust sagte nach dem Sieg, dass er volles Vertrauen in die Mannschaft gehabt habe. «Wir sind ein gutes Team und haben in den beiden Spielen gegen Deutschland unsere Klasse gezeigt. Es war eine harte Zeit in der Abstiegsrunde. Wir waren aber sehr konzentriert. Ich bin sehr stolz, dass die Jungs es in den beiden Spielen gegen Deutschland so gut gemacht haben. Sie zeigten, dass sie mental sehr stark sind.»
Fehlende Kaltblütigkeit
Mit dem zweiten Sieg gegen Deutschland, das durch Weissrussland ersetzt wird, verhinderten die Schweizer den Super-GAU, nichts anderes wäre ein Abstieg gewesen. Der neunte Schlussrang ist zwar eine grosse Enttäuschung, zeigt aber, wie schmal der Grat für die Schweizer Mannschaft auf diesem Niveau ist. Hätte sie gegen Dänemark (3:4 n. P.) die 2:0-Führung nach Hause gebracht und nach 60 Minuten gewonnen, hätte sie die Gruppe B im zweiten Rang abgeschlossen und wäre im Viertelfinal auf die Slowakei getroffen – die Osteuropäer wären sicherlich schlagbar gewesen. Dass der Konjunktiv bemüht werden muss, lag einmal mehr an der fehlenden Kaltblütigkeit vor dem Tor sowie an der Qualität der Abschlüsse – nur die USA und Finnland verzeichneten in der Vorrunde mehr Fehlschüsse.
Ein weiteres Problem waren die «Special Teams», die oft den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Symptomatisch funktionierten diese beim 5:2-Sieg zum Auftakt gegen Tschechien, als die Schweizer beide Überzahl-Möglichkeiten ausnutzen und trotz fünf Strafen kein Gegentor mit einem Mann weniger kassierten. In den restlichen fünf Partien gelang der Schweizer Auswahl jedoch kein Powerplay-Treffer mehr, und im Boxplay kassierte sie gar zehn Gegentore, zwei davon gegen Dänemark. Das schwache Unterzahlspiel war ein umso grösseres Problem, als die Schweizer vor den Halbfinals jenes Team mit den meisten Strafen waren.
Turnier als Abenteuer
Fust bezeichnete das Turnier als Abenteuer. «Wir hatten zwei Back-to-back-Spiele, das war nicht einfach. Es gab viele Hochs und Tiefs. Wir waren die jüngste Mannschaft des Turniers. Wenn man so jung ist, macht man Fehler. Aber wir werden daraus lernen und im nächsten Jahr viel stärker sein. In einem Jahr sind die Spieler mit Jahrgang 1996 mental und physisch einiges stärker. Das macht einen grossen Unterschied in diesem Turnier.» In der Tat sehen die Perspektiven gut aus. Theoretisch stehen Fust 13 der 23 Spieler aus dem Team an der nächsten U20-WM in Helsinki wieder zur Verfügung.
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