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Schulreformen sind realitätsfern

Bildungnlz. Der Psychologe Allan Guggenbühl übt Kritik an den Veränderungen in der Volksschule. Das Bild der Erziehungswissenschaft vom heutigen Schüler entspreche nicht mehr der Realität.

Südostschweiz
03.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Problemklassen und Störenfriede bringen Lehrer häufig an die Belastungsgrenze. Das stellt auch der Psychologe und Experte für Jugendgewalt, Allan Guggenbühl (62), fest. Er ist der Meinung, die Bildungspolitik sei nicht in der Lage, dieses Problem zu lösen. Die Bildungspolitiker würden dieses Problem im Gegenteil verschärfen. Für Guggenbühl liegt das Problem nicht nur darin, dass die Politik vermehrt auf integrative Schulmodelle setzt. Das sei zwar ein lobenswertes Vorhaben, führe aber zu Schwierigkeiten mit Ordnung und Disziplin. Das Problem liege auch darin, dass die Bildungspolitik von einem Schüler-Idealbild ausgehe, das es heute in dieser Form nicht mehr gebe. Der Lehrplan 21, den der Psychologe in Teilen kritisiert, räume der Förderung der sozialen Kompetenzen zwar einen grossen Raum ein. «Sozial kompetent aber werden wir im Umgang mit echten Problemen.» Für Guggenbühl ist klar: Es ist nicht alles schlecht, was an Reformen eingeleitet wurde. Er sei jedoch ein Gegner der «Verbürokratisierung» der Schule. Diese habe keinen pädagogischen Wert.Seite 17

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