Schnee geht in die Linth oder ins Depot
Es schneit und schneit und schneit. Der Winterdienst im Glarnerland hat alle Hände voll zu tun. Und auch viele Autofahrer müssen ihre Wagen vor der Fahrt erst regelrecht freischaufeln. Der Räumdienst bittet darum um Mithilfe.
Es schneit und schneit und schneit. Der Winterdienst im Glarnerland hat alle Hände voll zu tun. Und auch viele Autofahrer müssen ihre Wagen vor der Fahrt erst regelrecht freischaufeln. Der Räumdienst bittet darum um Mithilfe.
Von Lisa Leonardy (Tex und Bilder)
Glarus. – Lang hat er auf sich warten lassen – nun türmt sich der Schnee haufenweise in den Glarner Seitenstrassen. Für viele Autofahrer ohne überdachten Parkplatz bedeutet dies viel Arbeit. Bevor es losgehen kann, muss das Fahrzeug zuerst einmal von allen Seiten freigelegt werden.
Denn neben dem Schnee, der reichlich von oben kommt, ist das Auto oft auch seitlich komplett mit Schnee zugepflügt. Einerseits vom Trottoir her – hier wird der Schnee meist von Fräsen und Pflügen gegen die parkierenden Autos gepresst. Andererseits von der Strasse her – wo die Räumfahrzeuge am Werk waren.
Zu viele Autos auf den Strassen
Darüber ärgert sich manch ein Autofahrer – Jahr für Jahr. «Die schlechte Parkplatzsituation in Glarus bei so viel Schnee ist ein altbekanntes Problem», gibt Santo Costanza zu, Abteilungsleiter des Werkhofs Glarus. Zwar habe man genau aus diesem Grund auf einem Flugblatt alle Haushalte darum gebeten, private Fahrzeuge wenn möglich über Nacht nicht auf den öffentlichen Strassen abzustellen. Doch dies sei schlicht nicht für alle Autofahrer möglich.
«Leider können wir da auch nicht wirklich etwas tun. Wenn ich bei den Räumungsarbeiten sehe, dass ein Auto nicht mehr auf einem Parkplatz steht, schicke ich sofort einen Schneeräumer dorthin», so Costanza, der in seiner Funktion als Werkhof-Abteilungsleiter den ersten Winter erlebt. So könne nach und nach der Schnee rund um die Autos entfernt werden. Problematisch sei es dann, wenn die Autos so stehen, dass der Schneepflug nicht durchkommt.
Jeder muss selber schaufeln
Auch wenn es sich manch ein Autobesitzer wünschen würde: Die Schneemassen rund um das parkierte Auto müssen selbst entfernt werden.
«Von unserer Seite gibt es keinen organisierten Hilfsdienst, der dabei hilft. Das übersteigt leider unsere Kapazitäten», sagt Costanza. Derzeit sei der Trupp in Glarus mit zwölf Personen im Einsatz und voll ausgelastet. «Arbeitsbeginn ist meist gegen 3.30 Uhr – damit wir den Verkehr so wenig wie möglich behindern.»
Nach und nach werden die Schneehaufen mit Bagger und Lastwagen abtransportiert. «Den frischen Schnee kippen wir grösstenteils in die Linth. Ein Teil wird aber auch auf dem Kasernenareal zwischengelagert. Für einen Skiwettbewerb im Januar», so der Werkhofleiter. «Damit präparieren wir später die Piste für das Schulskirennen am Skilift Dreieck.»
Länger parkiert als erlaubt
Und auch wenn es derzeit recht stressig ist für die Männer vom Winterdienst, sagt Costanza: «Ich freue mich immer wieder über das grosse Verständnis in der Bevölkerung. Teilweise helfen uns Menschen sogar beim Schaufeln mit. Auch bedanken sich immer wieder einmal Menschen für unsere Arbeit.»
Ärgerlich seien dagegen die komplett mit Schnee zugehäuften Autos in den blauen Zonen. «Allein an den Schneemassen sieht man, dass dort länger parkiert wurde als erlaubt. Das bedeutet für uns dann erheblich mehr Arbeit.»
«Eine aussergewöhnliche Situation»
Auch in Glarus Nord fordert der Schnee sämtliche Kräfte. «Alle zur Verfügung stehenden Mitarbeiter des Winterdienstes plus externe sind im Einsatz», sagt Gemeindepräsident Martin Laupper. Es müssten rund 100 Kilometer Gemeindestrasse gepflegt werden. Für die Autofahrer und -parkierer gebe es dadurch wie in Glarus auch eine eingeschränkte Parkplatzsituation.
«Es ist sicher eine aussergewöhnliche Situation. Aber wir haben die Lage unter Kontrolle. Jetzt müssen einfach alle zusammenhalten», so Laupper. Den Schnee transportiert die Gemeinde in Depots und Bäche.
In Glarus Süd laufen die Räumarbeiten laut Aussagen der Gemeinde ohne grössere Probleme.
«Die schlechte Parkplatzsituation in Glarus bei so viel Schnee ist ein bekanntes Problem.»
Santo Costanza ist neuer Leiter der Abteilung Werkhof der Gemeinde Glarus.
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