Schlaue Socken und fühlende Yoga-Matten
Das Motto scheint simpel: Alles, was sich mit dem Internet verbindet, ist smarter, moderner und vor allem trendiger. Denn die immense Leistung der Cloud-Rechner kann Daten von Geräten und Sensoren auswerten, ergänzen und kombinieren.
Das Motto scheint simpel: Alles, was sich mit dem Internet verbindet, ist smarter, moderner und vor allem trendiger. Denn die immense Leistung der Cloud-Rechner kann Daten von Geräten und Sensoren auswerten, ergänzen und kombinieren.
Letztlich sollen so all die digitalen Helfer in einer nahtlosen Welt verschmelzen, in dessen Zentrum meist das Smartphone steht.
Was sich die Industrie unter dem Internet der Dinge so alles vorstellen kann, zeigte einmal mehr die Computermesse CES in Las Vegas. Dort gab es von smarten Socken (Sensoria) über den intelligenten Bauchgürtel (Belty) bis zur mitdenkenden Yoga-Matte (Smartmat) unzählige neue Ideen zu sehen, die teils aber eher in die Spielzeugkategorie, also in das Internet of Toys, fallen.
Die nützlichsten Anwendungen des Internet of Things zeigen sich bisher im Wohnbereich. Mit modularen Systemen lassen sich via Handy und Internet von Steckdosen bis zu Heizkörpern unzählige Geräte automatisch steuern, regeln und kontrollieren. Vernetzte LED-Lampen, die sich je nach Stimmung steuern lassen und auf Ereignisse aus dem Internet (E-Mail, Musik) reagieren, sind technisch ausgereift.
Auch zum Internet of Things gehören Haushaltsgeräte: Von der Waschmaschine, die Weisses von Buntem unterscheiden kann, über den selbstreinigenden Kleiderschrank bis zum Kühlschrank mit eingebauter Kamera ist alles bereits mit dem Internet verbunden. Eine Art Wachhund ist der Roboterstaubsauger von LG. Er kann Bilder seiner integrierte Kamera via Internet aufs Handy schicken, während er durch die Wohnung patrouilliert. Für echte Tiere ist dagegen die ferngesteuerte Futterstation (Petnet) gedacht. Allerdings scheint das Internet der Dinge auch alte Fehler zu wiederholen. Jeder Hersteller und jede Funktion hat ein neues App. Während man also im analogen Zeitalter noch mit Stapeln von Fernbedienungen jonglierte, blättert man heute verzweifelt durch seine App-Sammlung auf dem Smartphone.
Bekannteste Vertreter des Internet der Dinge sind am Körper getragene digitale Helfer, sogenannte Wearables. Die neuen Fitnessarmbänder und Smartwatches verfügen über immer mehr Sensoren, längere Ausdauer und zusätzliche Funktionen. So misst die Fitnessuhr Basis Peak nicht nur Bewegung, sondern auch Puls, Hauttemperatur sowie Hautwiderstand und berechnet so Kalorienverbrauch und Schlafqualität. In den Kampf ums Handgelenk wird auch bald Apple einsteigen: Der IT-Riese muss sich dabei aber gegen Dutzende andere smarte Uhren durchsetzen. Einige Hersteller haben sich spezialisiert, so enthält die Smartwatch von Garmin nicht nur einen Satellitenempfänger, sondern auch digitales Kartenmaterial. Wer an seinem Handgelenk keinen Platz mehr hat, kauft sich einen Smartring (Logbar), an dem man durch Drehen und Drücken das Handy steuern kann.
Fitnessarmbänder und Smartwatches sind allerdings nicht unproblematisch: Sie schicken gesammelte Bewegungs- und Körperdaten ins Internet und danach kann man im Webbrowser oder mit Apps seine Leistungen in Auswertungen und Grafiken sehen. Welche Daten dabei gesammelt werden – und wer letztlich was damit anstellt, bleibt bei vielen Cloud-Diensten nebulös. Dass bereits erste Versicherungen den Trägern von Fitnessbändern tiefere Prämien versprechen, zeigt die dünne Grenze zwischen Nutzen und Privatsphäre. Mit solchen kritischen Fragen wird sich deshalb auch ein Anlass des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten in der kommenden Woche in Bern befassen.
Einen so hohen Umsatz wird laut Analysten durch den Verkauf seiner angekündigten machen – allein im laufenden Jahr.
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