Schiffspassagiere wegen Brand evakuiert
Hergiswil Ein Ausflug auf dem Dampfschiff Uri endete am Samstag auf dem Vierwaldstättersee für 90 Passagiere abrupt: Im Maschinenraum hatte ein Hilfsmotor Feuer gefangen.
Hergiswil Ein Ausflug auf dem Dampfschiff Uri endete am Samstag auf dem Vierwaldstättersee für 90 Passagiere abrupt: Im Maschinenraum hatte ein Hilfsmotor Feuer gefangen.
Oliver Mattmann und Lena Berger
Eigentlich sollte es eine gemütliche kulinarische Rundfahrt auf dem Vierwaldstättersee werden. Doch nur kurz nachdem das Dampfschiff Uri am Samstag den sicheren Hafen in Luzern verlassen hatte, herrschte plötzlich Dunkelheit. Stromausfall. Als die Maschinisten dem Grund der Panne nachgingen, entdeckten sie, dass im Generatorraum ein Feuer ausgebrochen war. Unverzüglich versuchten sie, die Flammen mit Feuerlöschern zu bekämpfen. Gleichzeitig steuerte der Kapitän unverzüglich die Schiffstation Hergiswil an.
Elektrobrand beim Hilfsmotor
«Gemäss ersten Ermittlungen hat ein Elektrobrand beim Hilfsmotor das Feuer entfacht», sagte Pius Bernasconi, der stellvertretende Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei Nidwalden, vor Ort. In der Folge kam es zu einer starken Rauchentwicklung.
Apéro für die Schiffbrüchigen
Stefan Schulthess, der Direktor der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwald-stättersees (SGV), suchte den Unglücksort sofort persönlich auf. «Unsere Schiffe sind so konstruiert, dass sie bei einer Panne das Ufer noch erreichen können – dank einem Notstromsystem», erklärte er. Die rund 90?Personen hätten das Schiff in Hergiswil über den Steg verlassen können. «Panik ist nicht ausgebrochen. Nur ihr Mittagessen mussten die Gäste leider stehen lassen.» Die Passagiere wurden von der Ambulanz vor Ort auf Rauchvergiftungen untersucht – festgestellt wurde aber nichts. «Anschliessend wurden sie mit VBL-Bussen zurück nach Luzern gebracht, wo sie in unserem Bistro zu einem Apéro eingeladen waren», so Schulthess. Sie erhalten eine Entschädigung.
Die genaue Unfallursache ist noch nicht bekannt. Klar ist, dass das Dampfschiff Uri für «unbestimmte Zeit» ausfallen wird. Der 287,8 Tonnen schwere Dampfer wurde am späteren Nachmittag abgeschleppt und nach Luzern gebracht. Dort wird sich zeigen, wie gross der Schaden ist, den das Feuer verursacht hat. Die Feuerwehr war mit 150?Personen vor Ort. Im Einsatz stand auch ein Team der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (Sust).
Ältester Schweizer Raddampfer
Der 1901 von den Gebrüdern Sulzer erbaute Dampfer ist der älteste Raddampfer der Schweiz. In seiner langen Geschichte ist der aktuelle Brand nicht der erste Zwischenfall: 1916 strandete das Dampfschiff bei der Mündung der Engelberger Aa nahe Buochs, 1931 kollidierte es mit einem Trajektschiff. 1959 kam es zudem bei der Landungsbrücke in Luzern zu einem Zusammenstoss mit dem Dampfschiff Stadt Luzern.
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