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SAC erbt 100?000 Franken

Brunnen Überraschung für die SAC-Sektion Mythen. Aus der Hinterlassenschaft des verstorbenen Albert Janser hat sie ein Legat von 100?000 Franken erhalten. Verwaltet wird der Nachlass durch eine Familienstiftung.

Südostschweiz
06.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

josias clavadetscher

Am 28. August 2014 ist in Brunnen im Alter von 88 Jahren Hotelier Albert Janser verstorben. Er hat keine Pflichterben hinterlassen, aber einen umfangreichen Immobilienbesitz und ein erhebliches Vermögen. Nun ist bekannt geworden, dass er daraus testamentarisch einen Betrag von 100 000 Franken der SAC-Sektion Mythen vermacht hat. Mit der Zweckbestimmung, dass diese Mittel für den Unterhalt der SAC-eigenen Lidernenhütte im Riemenstaldnertal verwendet werden müssen. Wie der mit der Verwaltung der Nachlassschaft mitverantwortliche Treuhänder Ruedi Reichmuth von der Convisa AG in Schwyz erklärte, sei ihm das Motiv für diese Vergabung auch nicht weiter bekannt. Janser war kein aktives SAC-Mitglied und auch nicht ein typischer Berggänger oder gar Alpinist. «Die Lidernenhütte hat ihm offenbar einfach gepasst», sagte Reichmuth.

Geld für 14-Nothelfer-Kapelle

Eine weitere Vergabung geht auch an die Kapellstiftung Brunnen, zweckbestimmt für den Unterhalt der kleinen, idyllisch gelegenen 14-Nothelfer-Kapelle in der Alten Gasse am Fusse des Gütsch in Brunnen. Sie wird von der Stiftung der Dorfkapelle betreut und verwaltet. Wie Kapellvogt Carlo Steiner erklärte, ist das kleine Gotteshaus zwar gut unterhalten und betreut, es bestehe aber durchaus auch Erneuerungsbedarf. Wie hoch diese Vergabung ist, wird Kapellvogt Steiner erst an der Kapellgemeinde vom kommenden 24. März offiziell bekannt geben. Kirchenratspräsident Xaver Schnüriger verriet nur so viel, dass es sich um «einen namhaften Betrag» handle.

Für die Nachlassverwaltung und die nachhaltige Weiterführung der Janser-Betriebe ist testamentarisch der «Albert Janser Familienfonds» gegründet und eingesetzt worden. Er hat rechtlich den Status einer Familienstiftung und ist folglich dazu bestimmt, Familienangehörige in Ausbildung oder Notfällen zu unterstützen. Diese Stiftung müsste im Kanton Schwyz eigentlich nicht im Handelsregister eingetragen werden, trotzdem werde man diese Eintragung aber vornehmen, bestätigte Reichmuth. Dies wird der Fall sein, sobald alle amtlichen Erbbescheinigungen vorliegen, was naturgemäss dauern kann. Dem Stiftungsrat gehören Ruedi Reichmuth und für die Familie Ralph Janser, ein Neffe des Verstorbenen, an, ferner Lucia Schuminetz und Stefan Horvath, beide Geschäftsführer in den operativen Betrieben.

Hotel wird weitergeführt

Zentral für den Janser-Familienfonds ist der Auftrag, dass die bestehenden Betriebe – vor allem das Hotel-Restaurant Eden – weiterhin touristisch aufrechterhalten werden müssen. Damit fällt eine Umnutzung mit Wohnungen ausser Betracht. Dies sei insofern «ein Glücksfall für den Tourismusort Brunnen», betonte Reichmuth. Wie dies nachhaltig umgesetzt werden kann und wie die nächsten Schritte aussehen werden, dies sei momentan Sache von Abklärungen in Varianten. Sicher sei, dass der Hotel- und Gastrobetrieb Eden nach der Winterpause Ende Februar wieder aufgenommen werde. Momentan wird auch das «Badhüsli» am Quai saniert, es verzeichnet grosse Wasserschäden. Dass die Um- und Ausbauten dort schon auf den nächsten Sommer abgeschlossen werden können, ist unwahrscheinlich. Ein «offenes Problem» sei die künftige Verwendung und der Betrieb der Liegenschaft «Bierhalle Betschart» am Ochsenplatz. Aber auch da sei eine Lösung beabsichtigt, sagte Treuhänder Reichmuth.

Das Hotel Eden ist als Einzelfirma von Albert Janser geführt worden. Der Betrieb ist 1969 eingetragen worden und hat seither – eine Rarität – keine einzige Handelsregisteränderung erfahren. Ebenfalls im Janser-Nachlass befindet sich die Seemoba AG, eine mit 50 000 Franken kapitalisierte Bootsunternehmung. Sie ist operativ nicht mehr tätig, besitzt aber einen Schiffssteg nahe der SGV-Station und den ehemaligen Bahntunnel der Brunnen-Morschach-Bahn.

Grosser Immobilienbestand

Zur Hinterlassenschaft von Albert Janser gehört ein sehr umfangreiches Immobilien-Portefeuille. Darin befinden sich wie erwähnt der Stammbetrieb Eden mit 80-Hotelbetten, Café- und Snack-Bar, Restaurant, Felsenbar und Kellerbar, dann weiter die Hotel- und Gastrobetriebe Mezcalito, Metropol, Belmondo, Badhüsli, Bierhalle Betschart, die alle entweder verpachtet oder derzeit geschlossen sind. Weiter gehören 22 Ferienwohnungen im «Alpicana» und «Metropol» zum Immobilienbestand, ein Mehrfamilienhaus an der Axenstrasse sowie unverbaute Parzellen neben dem Gemeindehaus und in der Schroten.

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