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Russland-Trainingsgast Largo: «Es war für mich ein Privileg»

Die Eiskunstläuferin Zora Largo aus Schwanden trainierte einen Monat lang im Sportzentrum Nowogorsk am Rand der russischen Hauptstadt Moskau. Was sie sportlich erlebte und wie es ihr in Russland erging, erzählt sie im Interview.

Südostschweiz
06.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Mit Zora Largo sprach Rudolf Etter

Zora Largo, wie haben Sie das Sportzentrum Nowogorsk erlebt?

Zora Largo: Im Trainingszentrum sind neben weiteren Sportanlagen drei Eishallen vorhanden. Es trainieren dort fast ausschliesslich Russen. Dazu gibt es hotelähnliche Unterkünfte und entsprechende Verpflegungsmöglichkeiten. Es ähnelt dem schweizerischen Magglingen.

Wie gestalteten Sie Ihren Aufenthalt?

Mein Trainer in Russland, Viktor Kudriawtsew, der mein Trainingslager in Moskau organisiert hatte, holte mich vom Flughafen ab. Übers Wochenende weilte ich jeweils bei einer Schweizer Familie, die mir ermöglichte, den Kreml und das Planetarium zu besuchen und einer Zirkusvorstellung beizuwohnen.

«Das hat mich weitergebracht»

Welche neuen Impulse bekamen Sie im Training vermittelt?

Grundsätzlich war der Aufenthalt in Russland eine gute Sache. Ich würde es wieder machen. Neu und gut für mich war, dass weitertrainiert wurde, auch wenn man glaubte, zu müde zu sein. Das hat mich weitergebracht, weil ich meist gegen Ende der Kür konditionell etwas Mühe habe. Ebenfalls neu für mich war, dass nicht einzelne Sprünge trainiert wurden, sondern immer mehrere Elemente zusammen.

Gab es Vorbilder?

Ja, da waren amtierende Olympiasieger von Sotschi und Weltmeister, zum Beispiel Eistänzer aus Italien, auf dem Eis. Mehrere Trainer waren anwesend. Ich spürte, was es für ein Privileg war, dort trainieren zu können.

«Das Niveau an der SM ist hoch»

Was haben Sie dazugelernt?

Wie schon erwähnt, das Durchhalten ohne Schwäche bis zum Schluss der Kür. Dazu musste ich lernen, noch schneller zu laufen und vor allem bei den Sprüngen lockerer zu bleiben und die Landung zu verbessern.

Als nächster Höhepunkt kommt die Schweizer Meisterschaft in Monthey.

Ja, da möchte ich gerne aufs Podest. Aber das Niveau hoch ist. Einige der besten Schweizerinnen trainieren professionell, indem sie in Deutschland die Sportschule von Oberstdorf besuchen. Dazu kommt, dass ich vor der Meisterschaft mehrere Prüfungen in der Kanti nachholen muss.

Wie geht es nach der SM weiter?

Je nach Ausgang der nationalen Meisterschaft erhalte ich einen Startplatz an einem internationalen Wettkampf. Dann folgen die Regionalmeisterschaften, der Glärnisch Cup am 15. Februar und weitere Anlässe bis im April.

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