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RhB-Verwaltungsgebäude wird für sechs Millionen renoviert

Das über 100-jährige Verwaltungsgebäude der Rhätischen Bahn an der Churer Bahnhofstrasse wird einer umfassenden Innen- renovation unterzogen. Die Kosten werden auf sechs Millionen Franken geschätzt.

Südostschweiz
10.10.14 - 02:00 Uhr

Von Denise Alig

Chur. – Wie aus einer in der gestrigen Ausgabe des «Amtsblattes des Kantons Graubünden» publizierten Ausschreibung hervorgeht, plant die Rhätische Bahn (RhB) die Renovation ihres Verwaltungsgebäudes in Chur. Laut Mediensprecherin Yvonne Dünser werden zum einen die elektrischen Installationen und die Heizung erneuert. Auf den neusten Stand gebracht werden zudem der Brandschutz und die Lüftung, wie Dünser gestern auf Anfrage ausführte. Überdies müssten die Böden im Gebäude, das zwischen 1907 und 1910 erbaut worden sei, saniert werden.

Baubeginn im nächsten Jahr

Wie Dünser weiter sagte, handelt es sich beim RhB-Verwaltungsgebäude um ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. «Deshalb erfolgen die Sanierungsarbeiten in Absprache mit der Denkmalpflege Graubünden», erklärte sie. Laut der RhB-Sprecherin kommt die Renovation auf rund sechs Millionen Franken zu stehen. Die Bauarbeiten werden in den Jahren 2015/2016 durchgeführt, wobei der Betrieb während der gesamten Bauzeit wie gewohnt aufrechterhalten wird. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine exakte Planung mit temporären Bürowechseln notwendig. Verantwortlicher Architekt ist der in Chur tätige Vincenzo Cangemi. Er war gestern wegen eines Auslandaufenthalts für die «Südostschweiz» nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Architektonische Meisterleistung

Mit dem Bau des RhB-Hauptgebäudes des St. Moritzer Architekten Nicolaus Hartmann (1880–1956) wurde vor 107 Jahren in der Neurenaissance begonnen. In der 2003 erschienenen Publikation «Chur. Der Stadtführer» von Armon Fontana wird der Leitbau des Bündner Heimatstils wie folgt beschrieben: «Ein risalitartiger Mittelteil mit Pilastern gliedert den langgezogenen Baukörper unter hohem Mansardwalmdach.» Das Erdgeschoss sei als Sockel in rustiziertem Sandstein ausgeführt und öffne sich mit seinen Rundbogenfenstern und seiner freien Eingangshalle gegen den weiten Vorplatz, heisst es. Und: «Der graue Putzbau erfährt sein Fassadenspiel im Wechsel des Sandsteinsockels, der Pilaster, der Fenstereinfassungen und der Gesimse.»

Wertvolle Plastiken und Wandfries

Weiter verweist Fontana auf die eindrückliche räumliche Gestaltung des vorgelagerten Grundstücks. So schliesst eine Portalanlage mit zwei Toren das Areal gegen die Strasse ab. Über den beiden Torpfeilern stehen die Sandstein-Figuren des «Rhätiers» und der «Rhätia», geschaffen von Bildhauer Otto Weber (1880–1912). Von letzerem und vom Künstler Otto Kappeler (1884–1949) stammen auch die Plastiken an den Fassaden und im Treppenhaus. Dazu kommt der über drei Wände geführte Fries des Churers Christian Conradin (1875–1917) im arvengetäferten Verwaltungsratssaal.

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