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Regierung erhält ein gutes Zeugnis

Kanton Die Schwyzer Regierungsräte werden vom Volk zwar unterschiedlich benotet, als schlecht wird ihre Arbeit aber höchstens von fünf Prozent bezeichnet.

Südostschweiz
29.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Christoph Clavadetscher

Für Politiker-Verhältnisse ist dies sicherlich ein gutes Zeugnis: Nur die wenigsten sind mit der Schwyzer Regierung nicht zufrieden. Wie die von Pub­litest im Herbst im Auftrag des «Boten» bei 430 Schwyzerinnen und Schwyzern durchgeführte Umfrage zeigt, finden lediglich fünf Prozent das Schaffen von Petra Steimen (FDP, Wollerau) und And­reas Barraud (SVP, Bennau) schlecht. Othmar Reichmuth (CVP, Illgau) mit 4 Prozent, Kaspar Michel (FDP, Rickenbach) und André Rüegsegger (SVP, Brunnen) mit 3 Prozent sowie Kurt Zibung (CVP, Lachen) und Walter Stählin (SVP, Lachen) mit 2 Prozent schneiden sogar noch besser ab. Stählin und Zibung sind es auch, die am meisten gute Noten erhalten (siehe Grafik oben). Zibung wird von 66 Prozent mit «gut» bewertet, Stählin sogar von 68 Prozent.

Stählin ist erstaunt

Der Spitzenreiter ist ob des Ergebnisses allerdings erstaunt. «In Anbetracht einiger schwieriger Geschäfte in meinem Departement im letzten Jahr wie beispielsweise Schuldatenverwaltung oder Denkmalpflege bin ich eher überrascht über meine gute Bewertung», erklärt Bildungsdirektor Stählin. Er nehme die Beurteilung mit Genugtuung zur Kenntnis.

Auf Rang drei folgt Vorjahressieger Kaspar Michel: 63 Prozent sind der Überzeugung, dass er einen guten Job macht, 34 Prozent beurteilen seine Leistung als mittelmässig. Der Finanzdirektor dürfte mit seiner Klassierung zufrieden sein – dominierten 2014 doch der Spardruck, die Steuererhöhungen und der nationale Finanzausgleich die Schwyzer Finanzpolitik.

Barraud relativiert Rangliste

Dass mit Stählin ein SVPler am besten abschneidet, kann nicht mit seiner Parteizugehörigkeit begründet werden – am anderen Ende der Rangliste finden sich mit Rüegsegger und Barraud ebenfalls zwei Vertreter der SVP wieder. Rüegsegger bekommt 41 Prozent «gut» und 56 Prozent «mittelmässig». «Immerhin habe ich mich um einen Rang verbessert», sagt der Justizdirektor mit einem Schmunzeln und ergänzt, dass er selbstverständlich auch in Zukunft jeden Tag sein Bestes geben werde.

Umweltdirektor Barraud (39 Prozent «gut» und 56 Prozent «mittelmässig») will das Ergebnis nicht überbewerten. Es sei wie bei jeder Rangliste, es könne nicht jeder zuoberst sein. «Vielleicht liegt es aber an der Thematik: Umwelt ist ein heikles Thema, etwas, was die Menschen beschäftigt, und leider ist es so, dass wir immer wieder einigen ‹uf de Füess umetrampe mönd›.»

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