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Quo vadis, Tina Maze?

Ski alpin Für Tina Maze ist der Weltcup mit Nullern ausgeklungen. Gerettet hat sie die Saison mit ihren zwei Olympiasiegen. Die Zukunft ihres Privat-Teams ist offen.

Südostschweiz
18.03.14 - 01:00 Uhr

si. Klar ist nach aktuellem Stand: Tina Maze fährt noch mindestens eine Saison weiter. Und sie tut dies mit Renn-Ski der Marke Stöckli. Maze hat den Vertrag mit der Luzerner Firma vorzeitig bis 2015 verlängert. Ein Marken-Wechsel hätte wenig Sinn ergeben. Sie hätte ein gemachtes Nest verlassen und andernorts im Herbst ihrer Karriere einen Neuaufbau starten müssen.

Noch nicht definiert ist aber, was mit dem «Team to aMaze» passiert. Um die Stimmung innerhalb der Equipe soll es nicht zum Besten bestellt sein, haben zuletzt immer wieder Insider durchblicken lassen. Von Beziehungsstress zwischen Maze und Massi war die Rede.

Abnützungserscheinungen

Auf die Frage, wie es mit ihnen weitergehe, meinte Maze am Sonntag auf der Lenzerheide: «Wir müssen uns erst mal ein bisschen ausruhen, bevor wir die nächsten Entscheide treffen.» Massi gab zu, dass er mit dem Gedanken spiele, den Posten als Headcoach aufzugeben. Es machen sich Abnützungs-erscheinungen bemerkbar. «Sechs Jahre als Teamchef sind eine lange Zeit», sagt Massi. Man werde sicher einiges diskutieren müssen. Zur Debatte stehen wird auch, ob die Zusammenarbeit mit Trainer Mauro Pini nach zweieinhalb Monaten eine Fortsetzung finden soll. Der Tessiner war Anfang Jahr als Nachfolger des abgesetzten Walter Ronconi eingesprungen und konnte Maze so weit bringen, dass sie an den Olympischen Spielen in Sotschi sowohl in der Abfahrt als auch im Riesenslalom zu Gold raste. Pini schaffte es in kürzester Zeit, die fragile Athletin mit positiver Energie zu stärken und ihr den Glauben an Top-leistungen zurückzugeben. Die Erfolge sprechen eindeutig für eine Verlängerung der Kooperation.

Maze sagt, die Verpflichtung von Pini sei ein «Super-Entscheid» gewesen. Es sei aber noch gar nicht sicher, ob Pini überhaupt gewillt sei, bei ihr zu bleiben. Pini bestätigte dies. Am Sonntag hiess es von seiner Seite, er wisse gegenwärtig nicht einmal, ob er in der nächsten Saison in irgendeiner Trainerfunktion im Weltcup unterwegs sein wolle.

Bald nicht mehr in allen Disziplinen?

Egal, wer Maze betreuen wird: Er wird Motivationskünste benötigen. Die 30-Jährige erklärte, ihr habe in der abgelaufenen Saison im Weltcup oft die Begeisterung gefehlt – was auch, aber nicht nur mit den Gedanken an das grosse Ziel Olympia zu tun gehabt habe. Maze: «Meistens konnte ich im Weltcup nicht so fahren, wie ich eigentlich wollte. Und wenn es nicht läuft, beginnt man, Energie zu verschwenden für unnütze Dinge.» Daniel Züger, Rennsportleiter bei Stöckli, glaubt, dass sie zu Beginn der Saison Mühe gehabt habe, nach ihrem Traum-Winter mit den 2414 Weltcup-Punkten dem gestiegenen Druck standzuhalten. Maze erwägt nun, fortan nicht mehr in allen Disziplinen Rennen zu bestreiten, um ihre mentalen und körperlichen Kräfte zu bündeln. Sie stellt auch Überlegungen an, sich öfter mit Konkurrentinnen aus anderen Nationen im Training zu vergleichen, um dort neue Reizpunkte zu suchen.

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