«Ortung» endet mit einer Edition in Form einer Zeitung
Von Mai bis Dezember überraschten, verblüfften und begeisterten insgesamt 19 künstlerische Interventionen auf dem Churer Stadtgebiet die Betrachter. Am Montag endete das Projekt «Ortung».
Von Mai bis Dezember überraschten, verblüfften und begeisterten insgesamt 19 künstlerische Interventionen auf dem Churer Stadtgebiet die Betrachter. Am Montag endete das Projekt «Ortung».
Von Andrin Schütz
Chur. – Das diesjährige Projekt «Ortung» des Vereins Art-Public Chur klang am Montag mit einer fröhlichen Finissage in den Räumlichkeiten der Somedia an der Kasernenstrasse 4 in Chur aus. Vereinspräsidentin Alda Conrad-Lardelli und Kurator Luciano Fasciati zeigten sich glücklich über den gelungenen Kultursommer, während sich «Südostschweiz»-Kulturredaktor Mathias Balzer begeistert über die Zusammenarbeit zwischen Verein, Künstlern und Zeitung äusserte.
So ist es dem Verein Art-Public Chur unter der kompetenten und kreativen Leitung von Fasciati auch zum zweiten Mal gelungen, den Sommer über mit qualitätsvollen künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum, zahlreichen Podiumsdiskussionen und einem spannenden Rahmenprogramm die Bevölkerung von Chur zu begeistern und zu überraschen.
Alles begann am Kettweg
Alte, kaum mehr beachtete Orte neu beleben und entdecken, ungewohnte Orte bespielen, unbekannte Plätze suchen und finden und damit die Kunst und den Betrachter neu im gewohnten städtischen Umfeld zu verorten, war die Maxime des diesjährigen Projekts. Und das Experiment «Ortung» gelang von Anbeginn: Kettweg? Ja, Kettweg. An einem noch kühlen Maimorgen versuchten zahlreiche gespannte Medienschaffende den Kettweg zu orten. Der war doch irgendwo stadtseitig nahe der Industriegeleise. «Big Bic», eine erste Installation von Gaudenz Signorell an den jahrelang unbenutzten Plakatwänden an besagtem Kettweg, wies den Suchenden schliesslich den Weg zum gelungenen Auftakt.
Oder die Glockengasse: Wer es eilig hat, oder dem Publikumsstrom in der Poststrasse ausweichen will, wählt die kleine, stille Gasse. Mit der Installation «Gefüge – Lüftung rauscht regelmässig» der in London geborenen Angela Wüest wurde der Durchgang zum Ort. Im Gewölbe der lärmigen Rathaushalle wiederum gemahnte filigranes Alabaster, installiert vom Flimser Künstler Remo Albert Alig, in einer ansonsten leeren Fensterhöhle an die Heiliggeist-Kapelle, der das Spitzbogenfenster ursprünglich zugehörte. Grössräumiger verortete etwa der Himmelsstrahler von Ines Marita Schärer die Lage der Alpenstadt innerhalb der gebirgigen Landschaft.
Präsenz über den öffentlichen Raum hinaus fand das diesjährige Projekt in der alltäglichen Öffentlichkeit der Zeitung: Alle zwei Wochen sorgte eine ganzseitige künstlerische Intervention in der «Südostschweiz» am Frühstückstisch der Leser für Begeisterung, Überraschung, Rätselraten oder auch mal für Stirnrunzeln beim einen oder anderen. In engagierter und freier und kreativer Zusammenarbeit liessen die Künstler und die Redaktion der «Südostschweiz» die Tageszeitung zum Ort der Kunst im öffentlichen Raum werden, während in der von Museumsdirektor Stephan Kunz kuratierten Ausstellung «Zeigtun» und in Podiumsdiskussionen das historische und aktuelle Verhältnis zwischen Kunst und Presse ausgelotet wurde.
Eine kreative Symbiose
Die Zusammenarbeit zwischen der «Südostschweiz» und den Künstlern und Organisatoren des Projekts «Ortung» findet ihre dauerhafte Form in einer in 900 Exemplaren gedruckten Edition, die am Montag anlässlich der Finissage präsentiert wurde. Und das Schöne dabei: Alle – Künstler, Organisatoren und Zeitungsmacher – waren sich einig, dass Kunst im öffentlichen Raum, Kunst und Presse, Kunst in der Zeitung produktiv ist und Spass macht!
Die Edition «‘Ortung’ – Kunst im öffentlichen Raum in Chur und in der ‘Südostschweiz’» kann zum Preis von zehn Franken unter www.ortung.gr gekauft werden.
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