«Ohne markante Persönlichkeit bleibt Angriff auf SVP chancenlos»
Kanton Die CVP läutet den Wahlherbst ein. Sie tritt bei den Ständeratswahlen an. Bis jetzt mit wenig Chancen, sagt der Schwyzer Politbeobachter Iwan Rickenbacher.
Kanton Die CVP läutet den Wahlherbst ein. Sie tritt bei den Ständeratswahlen an. Bis jetzt mit wenig Chancen, sagt der Schwyzer Politbeobachter Iwan Rickenbacher.
«Eine Kandidatur von Reto Wehrli würde viel ändern.»
Iwan Rickenbacher, Politikbeobachter
Mit Iwan Rickenbacher sprach?Jürg Auf der Maur
Iwan Rickenbacher. Die CVP kommt erstmals aus der Deckung. Sie greift die beiden bisherigen SVP-Ständeräte an. Mit Chancen?
Wenn die Partei nicht mit einer wirklich bekannten Schwyzer Persönlichkeit ins Rennen steigt, dann sind die Wahlchancen klein, Alex Kuprecht oder Peter Föhn wirklich zu bedrängen. Sie sind seit Langem dabei, bekannt und geniessen deshalb den Bisherigenbonus. Ohne markante Persönlichkeit bleibt der Angriff auf die SVP chancenlos.
Die CVP hat gestern mit Marco Casanova einen ersten Kandidaten präsentiert.
Ja, aber das ist offensichtlich noch kein Schwergewicht in der Schwyzer Politlandschaft.
Also ohne Chancen?
Es ist eher unmöglich, aber es gibt Ausnahmen. Der FDP ist es ja vor Jahren gelungen, mit Maya Lalive d‘Epinay eine in der Schwyzer Politik bis dahin vollkommen unbekannte Person nach Bern zu delegieren. Da darf man aber nicht vergessen, dass es sich zum einen um Nationalratswahlen und nicht um Ständeratswahlen gehandelt hat. Zudem war die Ausgangslage völlig anders. Es ging darum, eine Vakanz zu ersetzen.
Das ist jetzt nicht der Fall.
Genau. So, wie es im Moment aussieht, bleibt im Kanton Schwyz bezüglich eidgenössischem Parlament alles beim Alten. Die beiden Ständeräte Kuprecht und Föhn sind bereits nominiert. Und für den Nationalrat haben Andy Tschümperlin, Petra Gössi und Alois Gmür bereits klar gemacht, dass sie nochmals antreten wollen. Offen ist einzig noch, was Pirmin Schwander macht. Er hat bekannt gegeben, dass er sich erst im Mai entscheiden will. Lässt es seine Gesundheit aber zu, gibt es auch bei ihm keinen Grund, an einer erneuten Kandidatur zu zweifeln.
Weshalb tritt die CVP dann überhaupt mit mindestens einem Kandidaten zum Ständeratsrennen an, wenn es für sie so chancenlos ist?
Es geht nicht zuletzt darum, sich zu positionieren und die Präsenz der Partei zu erhöhen. Davon kann letztlich auch die Kandidatur im Nationalrat profitieren. Die Partei ist an allen politischen Veranstaltungen doppelt präsent.
Noch offen ist, ob Reto Wehrli für den Ständerat antritt. Was würde sein Antreten ändern?
Eine Kandidatur von Reto Wehrli würde viel ändern. Er ist ein politisches Schwergewicht. Damit wären die Chancen wesentlich höher, die Ausgangslage wäre anders für die Bisherigen.
Tritt die FDP auch noch mit jemandem für den Ständerat an?
Das ist schwierig zu sagen. Insgesamt werden wohl alle Parteien darauf bedacht sein, den Status quo bewahren zu können. Ich denke nicht, dass die Schwyzer Wahlen dieses Mal spannend werden.
Wie sehen Ihre Prognosen insgesamt für den Wahlherbst aus?
Die Themen mit dem Eurokurs, der EU-Debatte oder der Frage um die Zukunft der Bilateralen sind gesetzt. Die Auswirkungen werden wir aber erst bei den Wahlen 2019 spüren. Ich denke, dass sich dieses Jahr im Parlament nicht viel ändert.
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