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Österreich war nach der Pause zu stark

Handball Eine Halbzeit lang bot die Schweizer Handball-Nationalmannschaft dem WM-Teilnehmer Österreich in Tulln hartnäckig Paroli. Am Ende reichte es aber nicht.

Südostschweiz
07.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

si. Im vierten Spiel in fünf Tagen reichte die Kraft der Schweizer Handballer nur noch für 30 Minuten. Bis zur Halbzeitpause hielten sie in Tulln an der Donau mit den favorisierten Österreichern, die in zehn Tagen zur WM in Katar starten, hervorragend mit. Viermal – zum 4:3, 9:8, 10:9 und 13:12 – gingen sie sogar in Führung. Überragender Spieler war mit fünf Treffern Bundesliga-Profi Andy Schmid. Nach der Pause wurde aus dem 13:14 jedoch noch eine deutliche Niederlage.

Keine Überraschung

Überraschend kam diese nicht, gehört doch Österreich seit einigen Jahren zur gehobenen europäischen Hubraumklasse. Das Team des isländischen Trainers Patrekur Johannesson war an der WM 2011 sowie den EM 2010 und 2014 dabei und steckt aktuell in der letzten Vorbereitung auf die WM 2015. Entsprechend motiviert gingen seine Spieler ans Werk; jeder wollte sich noch für das WM-Kader empfehlen. Bei den Schweizern enttäuschten hingegen die jungen Spieler wie Nicolas Raemy, Lukas von Deschwanden oder Roman Sidorowicz, die noch am Yellow Cup am Wochenende in Winterthur bei den Siegen gegen die Slowakei und Weissrussland sowie der knappen Niederlage gegen Tunesien geglänzt hatten. «Zum Schluss hat uns die körperliche Frische gefehlt», stellte Trainer Rolf Brack fest. «In der zweiten Halbzeit machten wir lieber einen Schritt zu wenig als einen zu viel.»

Gegentreffer in Überzahl

Zudem beklagten die Schweizer grosses Verletzungspech. Nachdem sich Luca Mühlemann bereits vor der Partie eine Entzündung der Adduktoren zugezogen hatte, fiel nach 20 Minuten mit Daniel Fellmann ein zweiter Kreisläufer aus. Gleich nach der Pause konnten die Schweizer zwei Minuten in Überzahl spielen – und kassierten dabei zwei Gegentreffer. Statt auszugleichen, gerieten sie erstmals mit drei Toren in Rückstand. «Das war ein moralischer Knacks», konstatierte Brack. So konnten die Österreicher, die Regisseur und Captain Viktor Szilagyi in der ersten Halbzeit mehrheitlich geschont hatte, schliesslich bis auf neun Tore davonziehen. Bester Torschütze war Flügel Robert Weber vom Bundesligisten SC Magdeburg mit neun Treffern, während bei den Schweizern Andy Schmid bis zum Ende auf acht Tore kam.

Nationaltrainer Brack zog schliesslich ein gemischtes Fazit dieses ersten von zwei Länderspielen in Österreich: «Die erste Halbzeit haben wir auf einem guten Level gespielt, wie am Yellow Cup.»

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