Obersaxen-Mundaun: Liftfahren untersagt
Seit 30 Jahren gab es noch kein Jahr, in welchem die Lifte auf den Piz Mundaun an Weihnachten nicht in Betrieb waren, auch wenn wirklich wenig Schnee lag.
Seit 30 Jahren gab es noch kein Jahr, in welchem die Lifte auf den Piz Mundaun an Weihnachten nicht in Betrieb waren, auch wenn wirklich wenig Schnee lag.
Nach über einer Woche Schnee auf dem Berg war bis zum diesjährigen 2. Januar jedoch niemand gewillt, die Pisten um den Piz Mundaun zu präparieren. Die Begründungen der Bergbahnen: «Aus Sicherheitsgründen» und «die Maschinen sind zu schwer – die leichten sind unten stationiert». Der Bereich um Stein und Setzner wurde nahezu vollständig in Betrieb genommen, obgleich Teile davon viel tiefer liegen und über weniger Schnee verfügten. Skilehrerer der Skischule Mundaun versuchten mit Hilfe der Hausgäste des Berggasthauses «Cuolm Sura», die Piste am Skilift Plitschés mit Skiern vorzubereiten. Dies, weil die Pistenraupen der Bergbahnen einfach nicht fahren durften. Die «Cuolm Sura» organisierte einen eigenen Shuttle-Service für ihre Hausgäste, um den Transport (mit Skiern) zu garantieren. Erst als der Wirt der «Piz Hütte» – wie wir gehört haben – am Donnerstag damit gedroht hat, seinen Laden für den Rest der Saison zu schliessen, machten die Bergbahnen mobil und es rollten zumindest ein paar der Pistenraupen auf den Piz Mundaun.
Bis am Mittag des 3. Januar war an der Talstation Valata zu lesen: «…Skifahrer nur bis ‘Cuolm Sura’ und Plitschés». Dies, obwohl der Wirtin eine Öffnung ab 10 Uhr für die Gipfelfahrt zugesagt worden war! Kurz: die Bergbahnen Obersaxen lassen das Skigebiet am Piz Mundaun vorsätzlich am ausgestreckten Arm verhungern! Die Methode, Teile des Skigebietes brachliegen zu lassen, ist seit Jahren zu beobachten: Sasolas wird nur noch betrieben, weil die betroffenen Gemeinden jährlich etwa Hunderttausend Franken dazuzahlen – wenn nicht, wird abgeschaltet, lautet wohl hier die wiederkehrende Drohung der Bergbahnen. Bei uns nennt man das Erpressung – in der Schweiz wohl Geschäftssinn?
Die Fakten sind viel weitreichender als dies in einem Leserbrief darzustellen ist, daher der Aufruf an alle, sich gegen diese und ähnliche Vorgehensweise zu wehren und mobilzumachen! Einheimische wie Gäste, und auch Politiker – Denn hier liegt noch sehr viel mehr im Argen!
Martin Hauser und Kathrin Graml-Hauser, Flond/Regensburg
Zum Leserbrief «Busse als Dank – Gast sagt Adieu» in der Ausgabe vom 31. Dezember.
Wie Roland Sprenger ist es mir auch schon ergangen – ich war in einer Stadt, die oft von Touristen frequentiert wird, hatte für mehrere Hundert Franken eingekauft, gegessen und getrunken und schliesslich eine Parkbusse am Auto vorgefunden.
Tatsache ist: Weder Lenzerheide noch Chur noch Zürich können es sich heute leisten, auf Parkgebühren zu verzichten. Wieso dies ausgerechnet die Tourismusorte in den Bergen tun sollten, ist mir schleierhaft. Wer für mehrere Hundert Franken essen kann, dem sollten ein paar Franken für Parkgebühren auch noch drin liegen. Die müssen alle überall bezahlen, nicht nur in den Bergen, auch in den Städten, ansonsten gibts eine Busse. Das ist nicht gästefeindlich, sondern Usus.
Conradin Liesch, Klosters
Es ist zwar Schnee von gestern, aber was sich die Verantwortlichen nach dem starken Schneefall vor Silvester geleistet (oder eben nicht geleistet) haben, ist für eine Kantonshauptstadt, die fussgängerfreundlich sein will, einfach blamabel. Am Silvesterabend war die Poststrasse links und rechts mehr schlecht als recht gepfadet, die Mitte der Strasse war durchgehend zu, um von der einen Seite zur anderen zu gelangen, musste man über eine 40-Zentimeter-Schneedecke stapfen.
Die Untere und vor allem die Obere Gasse sahen aus wie eine Feldstrasse, auf der Traktoren durchgefahren waren. Auch in den übrigen Strassen sah man tagsüber ältere Leute, teilweise mit Rollator, die sich mühsam über die nicht sauber freigeschaufelten Fussgängerübergänge plagen mussten. Fussgängerfreundlichkeit sieht anders aus! Es wird wieder einmal am falschen Ort gespart.
Beim nächsten grossen Schneefall sollten alle Verantwortlichen inklusive Stadtrat einen Stadtrundgang mit Rollator und Rollstuhl machen müssen, dann würde sicher subito eine tatkräftige Schneeräumungsequipe aufgeboten. Lassen Sie ihre schönen Sprüche von der schönen, fussgängerfreundlichen Alpenstadt besser sein. Am Silvesterwochenende war es eher Alpen als Stadt.
Arno Padrutt, Chur
Es hat geschneit! Zur Freude vieler. Zum Ärger mancher. Jener, die vorwiegend im Winter auf den Churer Stadtbus angewiesen sind. Es wurde gepflügt und geschleudert. Die Bushaltestellen lagen hinter Schneemauern. Und wenn man sah, wie hauptsächlich ältere und behinderte Personen mit Ängsten und Schwierigkeiten beim Aus- und Einsteigen zu kämpfen hatten, blieb nur ein Kopfschütteln.
Wäre es nicht sinnvoller, statt viel Geld in sinnlose und überteuerte Kunstkultur zu verschleudern, nur ein Bruchteil davon für die Wohnkultur einzusetzen und die Bushaltestellen ungefährlich und bewohnerfreundlich zu machen? Es braucht dazu nur eine Schaufel und ein paar rüstige Männer, die zudem froh wären, ihr Festtagsbudget etwas aufzubessern.
Georg Binkert, Chur
Zum Artikel «Graubünden, das Jodelmekka» im Jahresrückblick Region Gesellschaft in der Ausgabe vom 31. Dezember.
«Die Jodelchöre kann man im Kanton Graubünden beinahe an einer Hand abzählen.» Und weiter: «Auch wenn in Graubünden kaum gejodelt wird.» Liebe Autorin dieser Zeilen, meiner Ansicht nach haben Sie etwas verpasst: Das «eindrückliche» 29. Eidgenössische Jodlerfest in Davos konnte nur durchgeführt werden, weil auch sämtliche Mitglieder der Bündner Jodlervereinigung (BJV) tatkräftig mitgearbeitet haben. Es sind doch immerhin rund 400 Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger Mitglieder in der Vereinigung. Zudem gibt es 13 Jodelklubs, die in unserem Kanton das volksmusikalische Erbe und das Traditionelle weitertragen (nachzusehen im Internet unter www.buendnerjodler.ch).
Wir möchten die Autorin dieses Artikels herzlichst einladen, eines oder mehrere unserer Konzerte und Auftritte zu besuchen.
Der BJV wünscht Autoren und Leserinnen und Lesern «a guats Neuis».
Max Buchli, Versam
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