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Nidwalden verliert wieder ein Festival

Hergiswil Das OK des Lakeside-Festivals sitzt nach der verregneten Ausgabe 2014 auf Schulden. Bis das Loch gestopft ist, bleiben die Musiklautsprecher stumm.

Südostschweiz
28.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Oliver Mattmann

Nächste Hiobsbotschaft für die Nidwaldner Festival-Gänger: Nach den Stanser Musiktagen fällt in diesem Jahr auch das Lakeside-Festival ins Wasser. Dies gaben die Organisatoren des Open Airs am Hergiswiler Seeufer gestern in einer Medienmitteilung bekannt. Und die Gründe ähneln sich: Schuld sei «das Wetterpech» bei der vergangenen Festivalausgabe vom Juli 2014, heisst es. «Während der vier Tage hat es bei gerade 3 von 15 Bands nicht geregnet. So hart traf es uns noch nie», sagt Vereinspräsident Raphael Adam. «Die Besucherzahlen und damit der Umsatz fielen massiv unter den Erfahrungswerten aus.»

Nur 2700 Eintritte wurden verzeichnet, 2013 beispielsweise waren es noch 4500 gewesen.

Defizit von 75?000 Franken

Unmittelbar nach dem enttäuschenden Festivalverlauf sagte Adam unserer Zeitung: «Das Wetter können wir nicht planen. Die Gäste wie auch die Bands aber haben sich bei uns wohl gefühlt. Das ist die Hauptsache.» Doch inzwischen sind die Worte verblasst, und die Organisatoren mussten mit einem Defizit von 75?000 Franken abschliessen. Dank Rücklagen aus der Vereinskasse von rund 30?000 Franken, dem Entgegenkommen einiger Partner und einer ersten Unterstützung der Gemeinde verbleibt aktuell noch ein Minus von 30?000 Franken.

Mit dieser Hypothek wagt man sich nicht an eine nächste Auflage des Open Airs. «Es ist uns ein grosses Anliegen, zuerst diese offenen Posten zu begleichen. Den Verein aufzulösen und die Gläubiger im Regen stehen zu lassen, kommt für uns nicht in Frage», so Adam. Man werde sich bemühen, das Loch zu stopfen, um für 2016 ein nächstes Lakeside-Festival ins Auge fassen zu können. «Bis September gilt es nun, 50?000 Franken aufzutreiben, um eine Durchführung im nächsten Jahr versprechen zu können.»

Bereits 2011 gab es eine Pause

Der Verein will nichts unversucht lassen, das nötige Geld zusammenzukriegen. So seien, um Geld reinzuholen, unter anderem Lakeside-Veranstaltungen im Jugendkulturhaus Senkel in Stans sowie eine Zusammenarbeit mit dem Konzerthaus Schüür in Luzern geplant, sagt Adam. Dennoch bleibe das Open Air zu einem grossen Teil auf finanzielle Unterstützung seitens des Kantons, von Sponsoren, Stiftungen, Gönnern und Musikfreunden angewiesen, wenn es auch in Zukunft bestehen wolle. «Diese werden in den kommenden Tagen angegangen.»

Das Lakeside-Festival, das 2001 erstmals durchgeführt wurde und Acts wie Sens Unik, Clueso, William White oder das Frank Popp Ensemble auf die Bühne brachte, musste bereits 2011 eine Pause einlegen – damals aus personellen Gründen.

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