Neues Pflegezentrum verdrängt Meienberg
Die Stadt Rapperswil-Jona plant ein neues Pflegezentrum. Wird es realisiert, soll das Pflegezentrum Meienberg in Jona aus Altersgründen geschlossen werden.
Die Stadt Rapperswil-Jona plant ein neues Pflegezentrum. Wird es realisiert, soll das Pflegezentrum Meienberg in Jona aus Altersgründen geschlossen werden.
Von Renate Ammann
Rapperswil-Jona. – «Aufgrund der Ausgangslage und der Bedarfsanalyse bis in die Jahre 2025 und 2030 kommt die Projektgruppe zum Schluss, dass der Bau eines neuen Pflegezentrums mit rund 100 Plätzen unumgänglich ist.» Es dauerte eine ganze Weile, bis die Vorsteherin des Ressorts Alter und Gesundheit, Stadträtin und Projektleiterin Rahel Würmli, an der gestrigen Pressekonferenz die Katze aus dem Sack liess.
Können die Pläne mit dem neuen Pflegezentrum realisiert werden, soll das rund 40-jährige Pflegezentrum Meienberg geschlossen werden. Es sei nach heutigen Massstäben veraltet.
Drei Standorte im Visier
Während eines Jahres befasste sich nach Aussage von Würmli die neunköpfige Projektgruppe mit Vertretern der Stadt, der Stiftung «RaJoVita» und der Ortsverwaltung mit dem Thema «Wohnen im Alter in Rapperswil-Jona».
Das aktuelle Angebot sei im Detail geprüft und unter Berücksichtigung der aktuellen Tendenzen und der zu erwartenden Entwicklungen durchdacht und abgewogen worden.
Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen. Es ist weder der Baubeginn bekannt, noch liegen Zahlen für die anfallenden Kosten vor. Die Finanzierung könnte durch die Stadt, die Ortsgemeinde oder einen privaten Investor getätigt werden. Bei einem privaten Investor sollte der Baugrund durch die Stadt oder die Ortsgemeinde bereitgestellt werden.
Als Standorte werden derzeit Areale im Schachen, Dornacher und Etzelblick in Erwägung gezogen. Wichtig sei eine zentrale Lage, betonte Würmli. Beim demnächst anberaumten zweiten Gespräch am runden Tisch sowie am Stadtforum werde das Projekt ebenfalls thematisiert. Wie Würmli informierte, wächst der Anteil der über 65-Jährigen in Rapperswil-Jona in den kommenden Jahren markant an. Die deutlichste Zunahme wird bei den über 80-Jährigen prognostiziert.
Veränderte Ansprüche
2009 wurden 1122 Senioren in dieser Altersgruppe gezählt, 2030 dürften es ungefähr 1953 sein. Die Zahlen seien die eine Seite der Medaille, so Würmli, auf der anderen stünden die veränderten Ansprüche und Wünsche der älteren Bevölkerung im Hinblick auf die Wohnsituation.
Es sei ein Bedürfnis, möglichst lange autonom im gewohnten Zuhause leben zu können. Ambulante Dienstleistungen machen dies auch möglich. «Dies hat zur Folge, dass Menschen, die schliesslich doch in eine stationäre Einrichtung eintreten, oft bereits in hohem Mass pflegebedürftig sind.»
Ausserdem würden sowohl an die Pflege als auch an die Wohnformen andere Ansprüche gestellt. Mehrbettzimmer oder spitalähnliche Einrichtungen würden zunehmend als negativ empfunden.
Enormer Renovationsbedarf
Neben der Schliessung des Pflegezentrums Meienberg sieht die Projektgruppe auch Handlungsbedarf bei allen weiteren bestehenden Angeboten der Stadt. Die Alterswohnungen im Porthof und Etzelblick sind renovationsbedürftig. Im Pflegeheim Bühl sind insbesondere die Sanitärräume zu klein und entsprechen nicht den Anforderungen für «hindernisfreie Bauten».
Im Alters- und Pflegeheim Bürgerspital sind die 41 bewilligten Pflegeplätze aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht mehr ausreichend. Es werden 20 weitere Plätze angestrebt. Da das Haus unter Denkmalschutz steht, sind bauliche Eingriffe nur in sehr beschränktem Mass möglich.
Ihr Augenmerk richtet die Projektgruppe aber auch auf stationäre Pflegeplätze. Würmli sprach hier von einem ungewissen Trend, auf den flexibel reagiert werden müsse. Sie geht von 60 bis 90 zusätzlichen Pflegeplätzen bis im Jahr 2025 aus.
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