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Neuer Lebensraum für die Ringelnatter

Die Ringelnatter ist das Tier des Jahres 2015 von Pro Natura. Sie gilt in der Schweiz als «verletzliche» Tierart.

Südostschweiz
06.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Von Elisabeth Hausmann (sda)

Basel. – Die Ernennung ist mit einem Appell zur Erhaltung oder Schaffung natürlicher Lebensräume für die Ringelnatter verbunden, wie die Naturschutzorganisation Pro Natura in einer Mitteilung von gestern schreibt. Das Reptil ist ungiftig und für den Menschen völlig harmlos. Die Ringelnatter lebt am und im Wasser, ist eine ausgezeichnete Schwimmerin und kann bis zu einer halben Stunde unter Wasser bleiben. Im und am Wasser findet sie auch ihre Nahrung: Frösche, Kröten, Molche oder Fische.

Problematisch ist der drastische Rückgang dieser Lebensräume und damit der Nahrungsgrundlage für die Ringelnatter. Pro Natura ruft deshalb Gemeinden dazu auf, Tümpel, Weiher und Teiche zu erhalten, zu vernetzen und wo möglich neue anzulegen. Die Organisation selbst hat solche in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen ihrer Kampagne «Mehr Weiher für Frosch & Co» initiiert, geplant oder realisiert.

Aber nicht nur Gemeinden, auch private Gartenbesitzer können etwas tun, wie Sabine Mari von Pro Natura betont. Stein- und Holzhaufen dienen den Reptilien – und anderen Kleintieren – als Unterschlupf, in Komposthaufen können Eier abgelegt werden. «Fallen» wie Lichtschächte können mit Gittern oder Ausstiegshilfen «entschärft» werden. Wichtig sei auch der Verzicht auf Pestizide, erklärt Mari weiter.

Eine von drei Wasserschlangen

Die Ringelnatter ist eine von drei Wasserschlangen in der Schweiz – neben der Würfelnatter und der Vipernatter. Auffälliges Merkmal sind helle, halbmondförmige Flecken im Nacken, die allerdings manchmal fehlen oder nur blass sind. Die Weibchen werden bis zu 1,40 Meter lang, die Männchen sind kleiner: Sie erreichen eine Länge von knapp einem Meter. Weil die Haut nicht mitwächst, häuten sich die Schlangen mehrmals pro Jahr. Von Oktober bis März halten die Schlangen Winterruhe. Nach der Paarung im Frühling legen die Weibchen 30 bis 40 Eier in verrottende Laubhaufen, Baumstümpfe, Kompost- oder Misthaufen, wo es feuchtwarm ist. Nach sieben bis neun Wochen schlüpfen dann die etwa bleistiftlangen Jungen aus.

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