Nashorn-Baby Olmoti ist ein Sonntagskind
Erstmals seit 18 Jahren ist im Zürcher Zoo ein Spitzmaulnashorn zur Welt gekommen. Es ist ein Weibchen und heisst Olmoti.
Erstmals seit 18 Jahren ist im Zürcher Zoo ein Spitzmaulnashorn zur Welt gekommen. Es ist ein Weibchen und heisst Olmoti.
Von Elisabeth Hausmann (sda)
Zürich. – Spitzmaulnashorn-Baby Olmoti kam am späten Sonntagabend zur Welt gekommen – ein Sonntagskind also. Voraussichtlich ab dem 2. Januar dürfen Besucher die Kleine sehen, wie der Zoo Zürich gestern mitteilte. Die Geburt erfolgte in einem von Besucherblicken abgeschirmten Bereich des Afrikahauses.
Olmotis Eltern sind die knapp 14-jährige Samira und der 15-jährige Jeremy. Samira lebt seit Mitte 2004 im Zoo Zürich, Jeremy seit Anfang 2010. Der Name Olmoti bezieht sich auf einen Krater im Ngorongoro-Gebiet im ostafrikanischen Land Tansania. Mutter und Kind erhalten nun einmal ein paar Tage Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen. Sobald sich die Bindung zwischen ihnen gefestigt hat, können sie die einsehbaren Boxen betreten. Dazu wird beim Graben, der die Anlage vom Besucherbereich trennt, eine Abschrankung erstellt, damit die Kleine nicht hinunterpurzelt, wie Kurator Robert Zingg sagte. Man hoffe, Mutter Samira entwickle keinen allzu starken Beschützertrieb. Wenn doch, müsse man allenfalls das Afrikahaus eine Weile schliessen.
Gute Mutter Samira
Am Verhalten von Samira habe nichts darauf hingedeutet, dass die Geburt unmittelbar bevorstand, sagte Zingg. Man habe den Termin errechnet: Die Tragzeit von Spitzmaulnashörnern betrage 445 bis 470 Tage. Samira, die zum ersten Mal Mutter ist, verhalte sich «sehr mütterlich» und aufmerksam: Komme man zu dicht an die Sichtluken, mache sie deutlich, dass man weggehen solle.
Im Zoo Zürich leben Spitzmaulnashörner seit 1949. Seither kamen neun Kälber zur Welt. Der Zoo beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm, das Anfang Jahr 66 Tiere in 17 Institutionen umfasste. Zudem unterstützt der Zoo Zürich ein privat geführtes Nashorn-Schutzgebiet in Kenia. Unter anderem finanziert er Löhne und Ausrüstung der Wildhüter.
Die Spitzmaulnashörner sind von der Ausrottung bedroht. Noch im 19. Jahrhundert lebten mehrere 100 000 Tiere, heute sind es weniger als 5000. Die grösste Bedrohung kommt von Wilderern: Diese haben es auf das Horn abgesehen.
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