Nächtlicher Panzerverkehr sorgt für rote Köpfe
In Fläsch ärgert man sich über den Lärm von Piranha-Radschützenpanzern. Diese fahren derzeit als Teil einer «Belastungswoche» Tag und Nacht durch das Dorf zum Waffenplatz St. Luzisteig. Daran ändern wird sich kaum etwas.
In Fläsch ärgert man sich über den Lärm von Piranha-Radschützenpanzern. Diese fahren derzeit als Teil einer «Belastungswoche» Tag und Nacht durch das Dorf zum Waffenplatz St. Luzisteig. Daran ändern wird sich kaum etwas.
Von Reto Furter
Fläsch. – Seit einer Woche – und noch bis morgen – rumort es in der Wakkerpreis-Gemeinde Fläsch ziemlich. Tag und Nacht fahren Piranha-Radschützenpanzer und Militärlastwagen durch das Dorf, um auf dem Waffenplatz auf der St. Luzisteig Übungen abzuhalten. Die Durchgangsstrasse gleiche einem «Militäraufzug», schreibt ein Leserbriefschreiber (siehe Seite 2).
Dass sich einige Einwohner von Fläsch vom Lärm gestört fühlen, weiss auch Gemeindepräsident Heinz Urs Kunz. Zwei Personen hätten sich schriftlich an ihn gewandt, sagte er gestern auf Anfrage.
Er werde versuchen, nach seinen Ferien mit den Zuständigen für den Waffenplatz St. Luzisteig ein Treffen zu organisieren, so Kunz. Dort werde er die Anliegen der Gemeinde und der Einwohner deponieren. Er gehe davon aus, dass man eine Lösung finde, «weil auch die Armee ein Interesse an einer guten Zusammenarbeit mit Fläsch hat», sagt Kunz weiter. «Die Vergangenheit zeigt das.»
Für Stephan Regli, Chef des Waffenplatzes St. Luzisteig, sind Rückmeldungen aus der Bevölkerung «nicht aussergewöhnlich». Er habe Verständnis dafür.
24-Stunden-Betrieb
Derzeit würde im Rahmen einer Rekrutenschule eine «Belastungswoche» – früher nannte man sie «Durchhalteübung» – stattfinden – noch bis morgen Mittwoch.
Innerhalb dieser Übung, die auch das letzte Wochenende umfasst habe, werde ein 24-Stunden-Übungsbetrieb aufrechterhalten. Das führe zwischen Walenstadt und der St. Luzisteig zu Verkehr mit Radschützenpanzern – auch nachts und sonntags. Daran werde sich wohl auch in Zukunft nichts ändern, sagt Regli. Allerdings würden auf der St. Luzisteig jährlich «maximal drei Dienstwochenenden» durchgeführt.
Armee hat Heft in der Hand
Am längeren Hebel sitzt tatsächlich die Schweizer Armee und nicht das Wakkerpreis-Dorf Fläsch, das an der Durchgangsroute von der Autobahn A13 zum Waffenplatz St. Luzisteig liegt. Die Strasse, die auch von Fläscher Pendlern benutzt wird, dient dem Militär Tag und Nacht als offizielle Waffenplatzzufahrt, wie Regli sagt. Im Gegenzug beteilige sich der Bund im «namhaften» Umfang am Strassenunterhalt in Fläsch.
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.