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Nach Neuer die Schweizer

Nicht die Brasilianer, wie schon mal, nicht Kicker vom Balkan, nein, das grösste Ausländerkontingent der Bundesliga stellt die Schweiz. 18 Schweizer gehen in Deutschlands Eliteliga ihrem Beruf nach.

Südostschweiz
30.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

Von Waldemar Hartmann*

Mehr oder weniger erfolgreich. Statistisch gesehen bilden die Torhüter die stärkste Fraktion. Vier von 18 in der Liga sind eidgenössischer Herkunft. Das ausgerechnet in einem Land, das stolz auf seine Tradition hervorragender Goalies ist. Aktuell wird Manuel Neuer vom FC Bayern München als Welttorhüter von der Fifa geführt. Seinem Vorgänger Oliver Kahn wurde die gleiche Ehre zuteil. Doch nach Neuer wird im Land des Weltmeisters die weitere Rangfolge der Torhüter sehr unterschiedlich bewertet. In der Nationalmannschaft stehen Roman Weidenfeller von Borussia Dortmund und Ron-Robert Zieler von Hannover auf den nächsten Plätzen.

Für mich folgen aber direkt hinter Neuer die Schweizer Diego Benaglio und Yann Sommer. Benaglio steht jetzt seit sechs Jahren im Gehäuse des VfL Wolfsburg, wurde mit den Niedersachsen 2009 Deutscher Meister und belegt zur Saison-Halbzeit den zweiten Platz hinter dem FC Bayern. Der Kapitän ist absoluter Führungsspieler der Wölfe und mit seinem Natikollegen Ricardo Rodriguez der bisher einzig wahrnehmbare Verfolger der Bayern und Anführer beim Wettbewerb «Best of the Rest». Dazu gehört auch Yann Sommer mit seiner Borussia in Mönchengladbach. Er folgte Anfang der Saison auf Andre ter Stegen, der zum FC Barcelona wechselte. Ter Stegen war der absolute Publikumsliebling, Sommer hatte einen schweren Start. Mittlerweile aber hat er sich mit Granit Xhaka und Trainer Lucien Favre zum nicht mehr wegzudenkenden Schweizer Trio entwickelt. Auch Nati-Trainer Wladimir Petkovic setzt auf den Ex-Basler im Kasten.

Pech hatte Marvin Hitz in Augsburg. Er verpasste wegen einer Verletzung die letzten Spiele der absoluten Überraschungsmannschaft der Saison. Trotzdem gehört er zu den Gewinnern der Halbsaison. Er machte zum richtigen Zeitpunkt den Schritt aus dem Schatten von Benaglio und schaffte mit seinem Wechsel in die Fuggerstadt den Sprung in die Eliteklasse. Die muss Roman Bürki mit dem SC Freiburg am Ende der Saison vielleicht wieder verlassen. Sollten die Schwarzwald-Brasilianer wirklich den Gang in die 2. Liga antreten, dann war Bürki aber der Letzte, der daran Schuld trägt. Denn auf Schweizer Torhüter kann man setzen.

* Waldemar Hartmann ist Autor und Journalist. Er lebt in Chur.

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