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Nach bösem Sturz im Spital

Ski nordisch Simon Ammann stürzte zum Abschluss der Vierschanzentournee schwer und musste hospitalisiert werden.

Südostschweiz
07.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

si. Er wurde ins Spital von Schwarzach gebracht. «Simon Ammann ist in stabilem Zustand. Er ist ansprechbar und kann alles bewegen. Er bleibt nun im Spital, wo sein Zustand fortwährend überwacht wird», meldete Swiss-Ski-Mediensprecher Christian Stahl, der den vierfachen Olympiasieger ins Spital begleitete. Ammann brauche jetzt Ruhe, betonte Stahl. Weitere Informationen stellte er für Donnerstag in Aussicht.

Als Achter nach dem ersten Durchgang riskierte Ammann im letzten Sprung dieser Vierschanzentournee in Bischofshofen (Ö) viel, konnte seinen schönen Sprung auf 136 m jedoch nicht sauber stehen. Er verkantete mit den Ski und prallte mit dem Gesicht vornüber heftig auf den harten Schnee. Der vierfache Olympiasieger blieb eine Weile liegen; sein Gesicht war blutverschmiert, und er verlor kurzzeitig das Bewusstsein. Rettungskräfte eilten sofort herbei und brachten den Toggenburger vor den Augen seiner Frau Yana mit Sohn Théodore auf dem Arm auf einer Trage von der Unglücksstelle. Der 32-Jährige dürfte zumindest eine Hirnerschütterung, Prellungen und Abschürfungen am Gesicht erlitten haben. Ein offizielles medizinisches Bulletin liegt aber nicht vor.

Bereits der zweite Sturz

Bereits zum Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf war Ammann ähnlich gestürzt und hatte dabei sämtliche Chancen auf einen guten Gesamtrang in der Tournee vergeben. In Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck reagierte er aber mit den Plätzen 2 und 3 sehr stark. Der Toggenburger hatte schon letzten Winter zwei Stürze innerhalb kurzer Zeit zu verkraften. Vor gut einem Jahr in Lillehammer konnte er sowohl in der Qualifikation wie auch im ersten Durchgang jeweils Sprünge auf 129,5 m nicht stehen. Er landete mit zu viel Vorlage, die Ski verkanteten im weichen Schnee, und er klappte nach vorne weg. Doch abgesehen von einer Schramme am Kinn kam der Toggenburger damals ohne Verletzung davon.

Kraft gewinnt Tournee

Mehr zum Jubeln hatte der 21-jährige Österreicher Stefan Kraft. Er machte in Bischofshofen (Ö) den Sack zu und gewann die Vierschanzentournee. Kraft brachte dank des komfortablen Vorsprungs den Gesamtsieg ins Trockene. Mit Flügen auf 133,5 und 132 m erreichte er auf seiner Heimschanze den dritten Rang. Der Sieger von Oberstdorf konnte auch von einem entfesselten Hayböck nicht mehr entthront werden, obwohl jener mit Weiten von 137,5 und 136,5 m 15 Punkte gutmachte und den Vorsprung von 23,1 auf 6,0 Zähler schmelzen liess. Mit Kraft gewann zum siebenten Mal in Serie ein Österreicher den Klassiker über die Neujahrstage.

«Es ist unglaublich, dass es aufgegangen ist. Ich bin doch ein bisschen nervös geworden, aber es hat trotzdem gereicht», sagte Kraft inmitten eines rot-weiss-roten Fahnenmeeres, bevor er vor mehr als 20 000 Fans die begehrte Trophäe in Form eines goldenen Adlers entgegennehmen durfte. Der Überraschungssieger von Oberstdorf hatte in Garmisch (6.) seine Spitzenposition verteidigt, ehe er seinen Vorsprung in Innsbruck (2.) deutlich ausbauen konnte.

Überlegener Tagessieger wurde der Weltcup-Leader Michael Hayböck. Hayböck feierte seinen ersten, überfälligen Weltcup-Erfolg in überlegener Manier. Hätte er in Innsbruck nach seinem Traumflug auf 138 m nicht in den Schnee greifen müssen, wäre er womöglich noch an seinem Zimmerkollegen Kraft vorbeigeflogen. Der in diesem Winter konstanteste Springer überhaupt holte sich während des deutsch-österreichischen Klassikers (2., 7., 6., 1.) das gelbe Trikot des Weltcup-Führenden.

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