Musikalischer Hochgenuss mit dem Musizierkreis See
Der Musizierkreis See überzeugte bei seinem Auftritt im Schloss Rapperswil. Gemeinsam mit dem Duo Michael Mächler und David Lüthy liess er die Barockzeit wieder aufleben.
Der Musizierkreis See überzeugte bei seinem Auftritt im Schloss Rapperswil. Gemeinsam mit dem Duo Michael Mächler und David Lüthy liess er die Barockzeit wieder aufleben.
Von Assunta Chiarella-
Rapperswil-Jona. – Was gibt es Schöneres, als einen lauen Sommerabend mit Carl Philipp Emanuel Bach oder Antonio Vivaldi zu verbringen? Und dies erst noch in einem mittelalterlichen Rittersaal, der über eine fantastische Akustik verfügt.
Während am Samstagabend die ersten Gäste ihre Plätze einnehmen, gehen die Musiker im Hintergrund noch ein letztes Mal ihre Partituren durch. Pünktlich, um 17 Uhr erscheint dann der Musizierkreis See mit dem Dirigenten Hansjakob Becker.
Während sie die Bühne betreten, wird es still im Saal. Der Dirigent greift zum Taktstock, blickt zum Orchester, das auf sein Zeichen wartet. Auf dem Programm stehen Werke von Carl Stamitz, Carl Philipp Emanuel Bach, Leo Janá?ek und Antonio Vivaldi.
Exzellenter Auftakt
Den Auftakt bildet das Quartetto Concertante mit den Violinistinnen Beatrice Schönenberger, Sonja Prokop und Monika Angehrn sowie der Violoncellistin Cornelia Meier. Gemeinsam mit dem Streichorchester interpretieren sie das «Allegro con spirito» mit erfrischender Leichtigkeit. So auch das «Andante grazioso» und das «Presto» des Komponisten Carl Stamitz.
Violoncellist David Lüthy sorgt anschliessend mit Werken von Emanuel Bach für weitere Höhenflüge. Unter der Leitung von Hansjakob Becker bildet Lüthy mit Streichern und Cembalo ein harmonisches Ganzes.
Ausgehend davon, dass David Lüthy kurzfristig für den erkrankten Violoncellisten Urs Küchler eingesprungen ist, ist seine Darbietung eine Glanzleistung: «Ich durfte das erste Mal im Schloss Rapperswil auftreten. Für mich war es ein einmaliges Erlebnis in diesem historischen Rittersaal», resümiert der Violoncellist nach dem Auftritt. Lüthy unterrichtet an den Musikschulen der Konservatorien Winterthur und Bern und konzertiert als Solist mit diversen Ensembles.
Steigerung mit Vivaldi
Gegen Ende des Konzerts zieht David Lüthy das Publikum erneut in seinen Bann. Dieses Mal gemeinsam, mit dem Violinisten Michael Mächler aus Schindellegi. Das begnadete Duo besticht durch bezaubernde Klänge und professionelle Technik. Mit Vivaldis Concerto versetzen die beiden sogar die Kleinsten im Saal in Stauen.
Perfekt abgestimmt
Angefangen mit «Allegro», über «Andante» bis zum «Allegro molto» überzeugen die Musiker mit Eleganz und Klangfülle. Passend zur Jahreszeit untermalen sie Vivaldis Romantik gekonnt mit einer persönlichen Note.
Das perfekt aufeinander abgestimmte Duo probte im Vorfeld nur zweimal bis zum gemeinsamen Auftritt. Für Profis kein Ausnahmefall. Trotzdem ist es von Vorteil, wenn nebst der Technik auch die Chemie stimmt, wie Mächler bestätigt: «Es ist ein grosses Glück, dass eine Kapazität wie David Lüthy einspringen konnte. Wir haben uns auf Anhieb verstanden.» Und Lüthy bestätigt: «Es hilft, auf jeden Fall. Man ist entspannter und entsprechend flexibler, wenn man sich versteht. Vor allem bei spontanen Improvisationen.»
Auch Mächler ist auf seinem Gebiet eine Kapazität. Er wirkt als Konzertmeister und Solist in der Wood & Metal Connection Einsiedeln. Die beiden Musiker verbindet auch ihre Vorliebe für Barockmusik. Daher ist auch deren leidenschaftliche Interpretation von Bach und Vivaldi nachvollziehbar, die ein inspiriertes Publikum in den Abend entlässt.
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