«Mit wie viel Geld rechnen Sie?»
bei Kaspar Michel, Finanzdirektor Schwyz
bei Kaspar Michel, Finanzdirektor Schwyz
Die Kantone machen Druck. Sie liebäugeln mit einer Gewinnausschüttung durch die Nationalbank. Auch der Schwyzer Finanzdirektor Kaspar Michel könnte Zusatzeinnahmen brauchen.
Die Kantone hoffen, vom 30-Milliarden-Gewinn der Nationalbank
wieder profitieren zu können. Wie realistisch ist das?
Es scheint tatsächlich, dass der solide Gewinn der Nationalbank wiederum eine Gewinnbeteiligung zulässt. Entschieden oder zumindest kommuniziert ist noch nichts.
Könnten in Schwyz damit das Defizit und die hohen NFA-Entschädigungen wettgemacht werden?
Nein, von «wettmachen» kann keine Rede sein. Aber die paar Millionen, welche der Kanton erhalten würde, wären allerdings ein wichtiger Beitrag zur Verringerung des durch Mindereinnahmen, Wachstum von bundesrechtlich gebundenen Kosten und NFA-Zahlung entstandenen Defizits.
Mit wie viel Geld rechnen Sie, falls es zu einer Auszahlung käme?
Wenn die Nationalbank an die Kantone insgesamt die – unter bestimmten Voraussetzungen – eigentlich vereinbarte Milliarde ausschütten würde, bekäme der Kanton Schwyz, wie noch im Jahr 2013 rund 12,4 Millionen Franken. Das wäre natürlich ein wichtiger Beitrag.
Früher gab es von der Nationalbank bis zu 30 Millionen für den Kanton Schwyz. Darf man hoffen, dass es wieder so weit kommt?
Das wäre sicher zu hoffen, ja. Und es ist eine Tatsache, dass in der aktuellen Schwyzer Finanzlage dieser ansehnliche Beitrag schmerzhaft fehlt und dessen Wegfall nicht zuletzt auch durch Steuererhöhungen kompensiert werden musste. Es bleibt nun zu hoffen, dass die geldpolitische Entwicklung positiv bleibt.
Bei der Goldinitiative wurde die notwendige Unabhängigkeit der Nationalbank betont. Wird diese nicht auch durch die Wünsche der Kantone beschränkt?
Die Unabhängigkeit der Nationalbank ist eminent wichtig. Und sie darf keinesfalls eingeschränkt werden – auch nicht durch die Kantone oder sonstigen politischen Druck. Hingegen sollten die Kantone als Aktionäre der Nationalbank auch eine angemessene Gewinnbeteiligung erhalten. Ziel wäre es, dass der Kanton Schwyz diese Gewinnausschüttung im Budget nicht mitberücksichtigen müsste und einfach als zusätzlichen Ertrag verbuchen dürfte. Deshalb ist die Sanierung der Staatsfinanzen und das Äufnen der gesetzlich vorgesehenen Reserve auch so wichtig.
Jürg Auf der Maur
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.