«Mit tiefblauem Auge davongekommen»
Innerschwyz Der Start in die Skisaison kam spät, dafür heftig: Skigebiete, Loipenbetreiber und Hotels ziehen eine erste Bilanz.
Innerschwyz Der Start in die Skisaison kam spät, dafür heftig: Skigebiete, Loipenbetreiber und Hotels ziehen eine erste Bilanz.
«Wir sind mit einem tiefblauen Auge davongekommen.»
Simon Zobrist, ?Sattel-Hochstuckli AG
Nadine Annen
Bis Weihnachten sah es für die Skigebiete schlecht aus. Doch das Christkind machte seinen Job ausgezeichnet und brachte an Weihnachten eine grosse Menge Schnee.
«Seit es geschneit hat, lief es sehr gut», freut sich Remo Gwerder, Betriebsleiter der Mythenregion, wo die Pisten seit dem 29. Dezember gut befahren sind: «Wir haben viele Ausflügler und Skifahrer.» Obwohl es inzwischen in den Neuschnee reingeregnet habe, seien die Pisten nach wie vor sensationell, erklärt er. Dank Tagen mit prächtigen Verhältnissen könne der miese Dezember beinahe wettgemacht werden: «Wir sind am Aufholen», so Gwerder.
25 Prozent weniger Umsatz
Simon Zobrist, Geschäftsführer der Sattel-Hochstuckli AG, blickt mit gemischten Gefühlen auf den späten Saisonstart zurück: «Wir sind mit einem tiefblauen Auge davongekommen.» Die Neujahrstage seien gut gelaufen: «Wir hatten gute Schneeverhältnisse und gute Frequenzen», freut sich Zobrist. Die schneefreien Weihnachtstage habe man ebenfalls einigermassen gut überstanden: «Wir haben das Beste aus der Situation gemacht, und die Gäste waren zufrieden», stellt er fest. Angebote wie der «Holle-Streik-Hit» seien gut angekommen. Wenn es bis Mitte März so weiterlaufe, könne man mit einem soliden Saisonergebnis abschliessen.
Im Hoch-Ybrig wurde an Weihnachten der Teilbetrieb, an Silvester der Vollbetrieb aufgenommen. Dieser späte Saisonstart bescherte dem Hoch-Ybrig Umsatzeinbussen von 25 Prozent, erklärt Geschäftsführer Wendelin Keller.
«Der erste und der zweite Januar waren dafür absolute Spitzentage, es war alles voll», freut sich Keller. Auch er bleibt optimistisch: «Wenn die Sportwochen und Wochenenden gut laufen, können wir einiges wieder aufholen.» Momentan würden herrliche Pistenverhältnisse herrschen, und nur die Talabfahrt und die Laucheren seien geschlossen.
Auf dem Stoos konnte der Skibetrieb erst am 27. Dezember aufgenommen werden. «Ab dann waren wir aber gut besucht», sagt Martin Langenegger, Betriebsleiter der Stoosbahnen. Die Einbussen der trotz speziellem Gästeprogramm schwierigen Vorsaison ohne Skibetrieb konnten dennoch nicht aufgeholt werden.
Loipen schon wieder geschlossen
Weniger rund läuft es bei den Langlaufloipen. In Rothenthurm war den Wintersportlern das Langlaufvergnügen nur gerade während sechs Tagen vergönnt. Am vergangenen Sonntag mussten die Loipen wieder geschlossen werden. Auch für nächstes Wochenende verheissen die Prognosen nichts Gutes: «Laut dem Wetterbericht sieht es schlecht aus», bedauert Loipenwart Matthis Marty.
In Studen konnten die Loipen ebenfalls erst ab dem 29. Dezember benutzt werden. «Die Gäste wären richtig giggerig gewesen», erzählt Gabriel Fässler, Präsident des Langlaufclubs Studen. Die Homepage mit dem aktuellen Loipenbericht habe am 28. Dezember 7500 Klicks verzeichnet.
Nach sechs stark frequentierten Langlauftagen war der Spass aber schon wieder vorbei: «In der Nacht auf den 4. Januar hat es den Schnee weggewindet und weggeregnet», bedauert Fässler. Von den 80 Zentimetern Neuschnee seien an wenigen Stellen noch knapp 10 bis 15 Zentimeter übrig. So können im Moment nur noch die Abschnitte 5 und 6 für das Skating präpariert werden. Er bleibt aber optimistisch und hofft auf bessere Verhältnisse in den Sportferien und an den Wochenenden: «Damit können wir noch viel wettmachen.»
«Gäste buchen kurzfristig»
Der Schnee in letzter Sekunde hat in der Hotellerie den Jahresabschluss gerettet. Marcel Neuhaus, Direktor des Sport- und Wellnesshotels Stoos, freut sich über eine gute Auslastung über Weihnachten und Neujahr. «Es ist aber aufgefallen, dass die Gäste recht kurzfristig gebucht haben», sagt Neuhaus. Diese Skepsis gegenüber den Wetterbedingungen halte noch an: «Vor allem für Anfang Januar haben wir noch nicht viele Buchungen. Für danach sieht es wieder besser aus.»
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