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Mit 16 Jahren zu jung zum Trainieren?

Mein Enkelsohn ist 16,5 Jahre alt und hat ein Jahr im MFit trainiert. Da er gerne mit mir zusammen Sport betreiben wollte, ich aber mein Fitness-Abo bei den Sportanlagen Obere Au in Chur habe, wollte er wechseln und sein Training auch in der Oberen Au machen.

Südostschweiz
03.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Zu unserem Erstaunen muss man dort aber 18 Jahre alt sein, um ein Abo lösen zu können.

Ich bin 70 Jahre und trainiere seit 25 Jahren immer im Fitnessstudio, aber so etwas habe ich noch nie gehört. Da sagt man immer, die heutige Jugend bewege sich zu wenig, aber wenn ein Jugendlicher, der in einem Büro die Lehre macht und sich als Ausgleich sportlich betätigen will, erst 18 Jahre alt sein muss, was ist denn das für ein alter Zopf?

Wer sich das ausgedacht hat, würde mich interessieren. Von sportlicher Betätigung muss derjenige nicht viel verstehen. Ich hoffe doch sehr, dass man da bei dieser Regelung noch einmal über die Bücher geht und in der städtischen Einrichtung auch einem 16-Jährigen das Trainieren ermöglicht.

Karl Item, Chur

Was nützt ein Kalender, wenn aus falsch verstandener Toleranz gegenüber dem Islam weder Ostern noch Pfingsten vermerkt sind? Wir leben in einem Land mit christlichen Wurzeln und brauchen uns deswegen nicht zu schämen. Warum schlagen die Kirchen nicht schon lange Alarm, damit die Agenden und Kalender wieder benutzbar werden? Oder sollten alle christlichen Festtage ersatzlos gestrichen werden?

Eine französische Agenda verschweigt die christlichen Festtage mit der gleichen Nonchalance, erwähnt aber den Anfang und das Ende des Ramadans. Im französischen Nantes ist unter Berufung auf die Laizität das traditionelle Krippenspiel gerichtlich verboten worden, während man in französischen Schulkantinen aus Rücksicht auf die Muslime kein Schweinefleisch mehr serviert und das Rindfleisch geschächtet wird.

In Paris und anderen Grossstädten besetzen Muslime für das Freitagsgebet ganze Strassenzüge. Die schändlichen Femen-Auftritte in französischen Kirchen (Notre Dame, Madeleine und St Pierre in Paris) sind noch nie bestraft worden, wohl aber schon die Kirchendiener, welche die halb nackten Frauen wegjagten. Ähnliche Ereignisse hört man praktisch aus allen Ländern Westeuropas.

Andererseits wird das Mitführen einer Bibel im saudischen Riad mit Gefängnis bestraft. Und schlimmer: Noch nie wurden die Christen so verfolgt, vertrieben und massakriert wie heute. Man spricht von jährlich über 50 000 ermordeten Christen aus aller Welt, wohlverstanden unter totaler Ausblendung durch unsere Medien.

Wann finden unsere Behörden den Mut, Gegenrecht einzufordern, ohne ständig von Toleranz für Andersgläubige zu säuseln? Mit dem permanenten Nachgeben ermuntert man die Muslime zu immer weitreichenderen Forderungen. Wie die Erfahrungen zeigen, springen solche Ereignisse sehr leicht auf andere westliche Länder über.

In früheren Jahrzehnten respektierten die italienischen, spanischen und portugiesischen Gastarbeiter ganz selbstverständlich den Grundsatz des Anpassens an die Sitten des Gastlandes. Das änderte sich erst mit der Masseneinwanderung aus andern Kulturkreisen.

Heinz Klaus, Morissen

Zum Artikel «Wie gefährlich ist der Islamismus für Europa?» in der Ausgabe vom 28. Dezember.

Der Islamismus ist gemeint; diese Bewegung sei «im 7. Jahrhundert stecken geblieben». Was sagt das aus? Einzig, dass wir heute «zum Glück» besser seien. Denn wer kennt das 7. Jahrhundert genau genug?

In jenen Jahrhunderten galt eine andere Ordnung als die unsrige, die «richtig» von «falsch» scheidet. Es herrschte nicht mehr das antik-römische System, das vom Zentrum Rom aus die übrige Welt zu ordnen versuchte, und die Wandervölker, ob germanisch oder nicht, hatten ihre UND-Ordnung (A. Behne 1940) mitgebracht, nämlich: dass Platz haben soll, was da ist. In diesem Empfinden regieren nicht mehr die Perspektive und die Proportion; sie sind zwar auf ihre Weise ebenfalls beteiligt, doch sie bestimmen nicht mehr, was sein soll oder nicht mehr sein darf.

In diesem Umfeld ist der Islam entstanden, und zwar in denjenigen Regionen, die kulturell mehr entwickelt waren als der Westen. Syrien galt als ein Zentrum des Christentums; der Bischof von Rom war noch lange nicht im Besitz des Primats, und Rom war schon lange nicht mehr Hauptstadt eines Weltreichs. Das muslimische Reich jedoch wuchs innert eines einzigen Jahrhunderts zur einstigen Grösse des Römerreichs heran – mit einer Verwaltung, die ebenso hochstehend war.

Diese Verwaltung stützte sich auf eine Ambiguitätstoleranz, die allerdings ihrerseits in Schranken gehalten werden musste und auch heute noch muss (ich wiederhole dabei die Darlegungen des Islamforschers Thomas Bauer, 2011). Also eine «gezähmte», kontrollierte Toleranz; kein übergeordnetes Ideal. Christen und Juden wurden toleriert, wenn auch mit einer Sondersteuer belegt.

Eine ähnliche Haltung finden wir auch beim Zürcher Reformator Heinrich Bullinger, der in der Mitte des 16. Jahrhunderts betonte, man müsse die «gelägenheiten» von Ort, Zeit, Person und Sache berücksichtigen – womit er sich gegen die beginnende Orthodoxie stemmte und seinen Einfluss verlor. Die Orthodoxie, die sich auf den einen, den festgelegten Wortlaut stützte und Überhand gewann. Die alte UND-Ordnung aber hatte die Möglichkeit eines Miteinander gesucht – so wie es die Rechtsfindung im Islam und im Judentum im Regelfall heute noch tut. Der Islamismus aber stützt sich auf den Wortlaut, der aber zumeist unreflektiert verstanden wird.

Die heute wieder erstarkende islamische Welt sieht sich mit einem technisch dominierenden Westen konfrontiert, mit dem sie konkurrieren will. Das kann sie nur tun auf der Augenhöhe dieses Westens, also in einem Denksystem von alleiniger Richtigkeit (und das fusst heute auf einem fast allumfassenden binären Null-Eins-System, Entweder-oder in unermesslicher Vielfalt der Kombinationen). Besser wäre wohl, sie würde sich an die alte Denkordnung halten, wie sie im 7. Jahrhundert auch im Westen üblich war.

Das frühe Mittelalter war durchaus keine ideale Welt. Auseinandersetzung war alltäglich, und der Tod war ein Übergang, nicht ein Ende – auch diesbezügliche eine UND-Ordnung.

Kurz: Die heutigen Islamisten arbeiten nicht in der Haltung des Islam, sondern in derjenigen unserer eigenen westlichen Welt. Das festzustellen, mag auf uns beleidigend wirken. Wir würden aber die Extremisten eher stoppen können, wenn wir auch unsere eigenen Gegebenheiten kritisch im Blick behalten – auf die Gefahr hin, bei uns selber dies und jenes ändern zu müssen.

Siegfried Müller (Pfr. a.D.), Grüsch

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