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Mikaela Shiffrin in ihrer eigenen Welt

Mikaela Shiffrin war gestern im ersten Weltcup-Rennen des neuen Jahres in einer eigenen Liga unterwegs. Die Amerikanerin gewann den Slalom in Zagreb 1,68 Sekunden vor der Österreicherin Kathrin Zettel.

Südostschweiz
05.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Von David Bernold

Ski alpin. – Im Riesenslalom hatte es für Mikaela Shiffrin gleich im ersten Anlauf geklappt. Im Oktober gewann sie gemeinsam mit der Österreicherin Anna Fenninger den Prolog in Sölden und siegte sie so zum ersten Mal in ihrer zweiten Disziplin. In ihrem Kerngeschäft aber, dem Slalom, bekundete die Amerikanerin unerwartet Anlaufschwierigkeiten. Nach drei Rennen stand sie noch ohne Podestplatz da. Die scheinbar Unbezwingbare schwächelte, machte Fehler. Das Wunderkind zeigte menschliche Züge. Mikaela Shiffrins Ergebnisse waren mit den Rängen 11 in Levi, 5 in Aspen und 4 in Are so schlecht zwar nicht. Doch an eine, die sich schon als Teenager Olympiasiegerin und Weltmeisterin nennen darf, werden andere Anforderungen gestellt.

Wieder Spass – und neues Material

Diesen hochgestellten Vorgaben wird Mikaela Shiffrin mittlerweile wieder vollauf gerecht. Zwei Tage vor dem Jahreswechsel war sie in Kühtai schon eine Klasse für sich gewesen und hatte die Ersatzprüfung für Semmering mit zweimal Laufbestzeit und acht Zehnteln Vorsprung für sich entschieden. «Ich hatte mich selber zu sehr unter Druck gesetzt und zu viel von mir erwartet. Ich musste wieder den Spass an der Sache in den Vordergrund stellen», sagte sie Ende Dezember im Ötztal. Mit dem Spass allein wars aber nicht getan. Zurück in die Erfolgsspur fand Mikaela Shiffrin auch in Zusammenarbeit mit ihrem Ausrüster Atomic. Die an Ski und Skischuh vorgenommenen Anpassungen zeitigten die erhoffte Wirkung.

Mit dem wieder gefundenen Vertrauen ins Material kehrte selbstredend auch die ungebrochene Zuversicht in die eigene Stärke zurück. Mikaela Shiffrin ist im Slalom wieder auf jenem Level unterwegs, der ihr im vergangenen Winter neben dem Gewinn von olympischem Gold fünf Siege im Weltcup ermöglicht hat – oder sogar noch stärker. Mit so grosser Marge wie jetzt in Zagreb hatte sie jedenfalls im Weltcup noch nie gewonnen. Auf dem schwierigen Gelände auf dem Sljeme in Zagreb sorgte Shiffrin von Anfang an für klare Verhältnisse. Auf einem Terrain mit Laufzeiten von rund einer Minute, auf dem schon am Morgen ein Drittel der Fahrerinnen ausgeschieden war und auch acht der 30 Finalistinnen an der Aufgabe scheiterten, fühlte sich die Amerikanerin vollends in ihrem Element.

Gisin bestklassierte Schweizerin

Die Weichen zu einem weiteren Vollerfolg im Weltcup, dem insgesamt zwölften und dem elften in einem Slalom, stellte Mikaela Shiffrin schon im ersten Durchgang, in dem sie ihre Gegnerinnen um mindestens acht Zehntel hinter sich liess. Und am Nachmittag setzte sie noch einen drauf. Erneut war sie die Schnellste, so dass der Abstand auf die zweitplatzierte Österreicherin Kathrin Zettel auf über das Doppelte anwuchs. Die drittklassierte Norwegerin Nina Löseth, die im Weltcup zum ersten Mal den ersten drei angehört, lag schon 2,79 Sekunden zurück. Bestklassierte der drei Schweizerinnen war Michelle Gisin als Elfte.

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