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Marcel Hirscher unantastbar

Ski alpin Marcel Hirscher blieb am Zagreber Hausberg ähnlich unantastbar wie zwei Tage zuvor die Amerikanerin Mikaela Shiffrin.

Südostschweiz
07.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

si. Überlegen gewann der Österreicher Marcel Hirscher am Sljeme den Weltcup-Nachtslalom. Gut hielt sich als Zehnter auch der Walliser Daniel Yule. Die Weichen waren schon bei Halbzeit auf Saisonsieg Nummer 5 gestellt. 0,77 Sekunden hatte Marcel Hirscher der Konkurrenz im ersten Lauf abgenommen, obwohl er nicht perfekt über die Runden gekommen war. Diese Reserve liess sich der Salzburger nicht mehr nehmen. Mit 0,81 Sekunden Vorsprung auf den Deutschen Felix Neureuther stellte Hirscher seinen 28. Weltcupsieg sicher, den 15. in der Sparte Slalom, in welcher er nun so viele Sieg eingefahren hat wie kein anderer Österreicher. Die ebenfalls noch aktiven ÖSV-Athleten Mario Matt und Benjamin Raich stehen bei 14 Erfolgen.

Kostelic im Schatten Hirschers

15 000 Zuschauer waren vor allem gekommen, um den vielleicht letzten Heimauftritt von Ivica Kostelic zu sehen. Der Kroate, auch er wie nun Hirscher 15-facher Slalomsieger im Weltcup, spielte jedoch nur noch eine Nebenrolle. Der Star schlechthin war Hirscher, wie auch der unterlegene Neureuther bemerkte: «Marcel war heute in einer eigenen Liga unterwegs.» Hirscher schaffte in Zagreb das Triple, nachdem er in Kroatiens Hauptstadt 2012 und 2013 schon die beiden letzten Slaloms für sich entschieden hatte (2014 musste das Rennen abgesagt werden).

Im Gesamt-Weltcup schob sich der Österreicher wieder auf Platz 1. Neu beträgt sein Vorsprung auf den vorerst entthronten Norweger Kjetil Jansrud 52 Punkte. Im Slalom-Weltcup liegt Hirscher allerdings weiter hinter Neureu­ther, wenn auch nur noch um 4 Punkte. Dies ist vor allem dem letzten Slalom kurz vor Weihnachten in Madonna geschuldet, wo Hirscher nicht über Platz 7 hinausgekommen war. «Das hat mich sehr geärgert» meinte er, nachdem er die Verhältnisse in Zagreb wieder hatte zurechtrücken können.

Neureuther durfte sich damit trösten, auch im vierten Slalom des Winters aufs Podium gekommen zu sein. Dort war mit Sebastian-Foss Solevaag ein 23-jähriger Norweger erstmals vertreten. Solevaag verbesserte sich im zweiten Durchgang vom 8. auf den 3. Platz.

Yule in den Top 10

Der Walliser Daniel Yule schaffte zum dritten Mal in seiner Karriere den Sprung in die Top 10. Wie schon Mitte November in Levi erreichte der 21-Jährige Platz 10. Besser war er bisher erst ein einziges Mal: Letzten Winter in Kitzbühel als Siebenter. Nach dem ersten Lauf hatte man jedoch darauf hoffen dürfen, dass es Yule noch weiter nach vorne reicht. Als Neunter lag er sehr aussichtsreich im Rennen, nur gut eine halbe Sekunde hinter dem bei Halbzeit Drittplatzierten. Am vergangenen Wochenende hatte Yule mit seinen beiden Europacup-Siegen in Chamonix seine starke Form unter Beweis gestellt, doch in Zagreb konnte er im zweiten Lauf nicht mehr zulegen.

Beckenrieder in Lauf zwei

Neben Yule schaffte von den Schweizern einzig der Nidwaldner Bernhard Niederberger die Qualifikation für den zweiten Lauf. Der Beckenrieder setzte sich mit der hohen Nummer 63 auf den 26. Zwischenrang. Auch im zweiten Lauf hielt sich der Innerschweizer gut, zumindest bis kurz vor Schluss. Ein kapitaler Fehler verhinderte, dass er im Klassement einen grösseren Sprung nach vorne machen konnte. Immerhin blieb dem aktuellen Schweizer Slalom-Meister dank der vielen Ausfälle Platz 21, womit er in seinem zehnten Weltcuprennen zum ersten Mal punktete.

Damit machte es Niederberger letztlich besser als David Chodounsky, der im ersten Lauf mit Nummer 26 auf den 3. Platz vorgestossen war, im zweiten Anlauf aber ausschied. Der Amerikaner trug wie seine Teamkollegen eine schwarze Armbinde, und auf seinem Helm prangte eine Botschaft, gewidmet den beiden jungen Landsleuten aus dem C-Kader, die tags zuvor bei einem Lawinen-Abgang in Sölden ums Leben gekommen waren.

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