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Mandolinenorchester begeistert in Uznach

Das Mandolinen- und Gitarrenorchester Uznach kämpft gegen das verstaubte Image der Zupfmusik. Am Herbstkonzert bewies es, welch hohen musikalischen Stellenwert es einnimmt.

Südostschweiz
Mittwoch, 07. November 2012, 01:00 Uhr

Uznach. – Wer glaubt, er sitze in einem Grotto, geniesse einen Tropfen Wein, esse Marroni und lausche lieblichen Mandolinenklängen, hat sich am Herbstkonzert des Mandolinen- und Gitarrenorchesters Uznach gründlich getäuscht. Das Orchester, unter der Leitung von Heide Keller, offenbarte seine 13 Spieler als hervorragenden Klangkörper. Dieser war in allen Stimmlagen ausgewogen besetzt.

Dass es sich bei allen Orchestermitgliedern um Laienmusiker handelt, war am musikalischen Endergebnis kaum zu erkennen. Ein buntes, vielfältiges Programm war zusammengestellt worden.

Das dargebotene Repertoire spannte einen weiten Bogen vom Frühlingserwachen über Salonmusik, Ballade, Suiten, Romanze bis Rumba, Samba, Czardas und Schweizer Folklore. Das Ensemble mit Mandoline, Mandola, Gitarre und Kontrabass wurde verstärkt mit Akkordeon, Klarinette und Perkussion.

Auch hoher Schwierigkeitsgrad

Verblüffend, was musikbegeisterte Laien zustande bringen. Tadellose Reinheit war das Aushängeschild. Im rhythmischen und dynamischen Bereich merkte man die Konsequenz der musikalischen Leiterin mit ihrer eingeschlagenen Stilrichtung.

Es war ein unterhaltsames Vorabendkonzert mit stellenweise hohem Schwierigkeitsgrad. In der irischen Suite in sieben Teilen oder in der Filmmelodie «The Pirates of Zimmer» mit sechs Teilen war hauptsächlich rhythmische Sicherheit gefragt. Ein Schottisch von Carlo Brunner war von Heide Keller und ihrer Tochter Anina neu arrangiert worden. Das Stück wurde mit Akkordeon und Klarinette ergänzt, gespielt von Fabienne Horat und Ferdi Schnider.

Mandolinenspieler gibt es leider nicht mehr so viele. Das liegt möglicherweise daran, dass das Instrument ein etwas verstaubtes Image hat. Dass dies nicht zutrifft, bewies Heide Keller mit ihrem Orchester.

«Zum 90. Geburtstag»

Vor dem eigentlichen Konzert spielte das Orchester «Zum 90. Geburtstag», das der engagierte Mandolinenspieler Silvio Masneri, der vor einiger Zeit verstarb, komponiert hatte.

Durch das Konzert führte, mit ganz witzigen Bemerkungen, Ferdi Schnider. Die bisherigen Konzertabende waren noch nie so gut besucht worden wie dieses Konzert vom Sonntagabend. Das Orchester durfte die Bühne nicht verlassen ohne die Zugabe aus «Doktor Schiwago» und dem lüpfigen «Mandolinendixi». (wh)

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