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Man ist nie zu alt zum Feiern: Brunnerin ?kann auf ihren 101. Geburtstag anstossen

Brunnen Überraschungsapéro für Lina Casagrande: Gemeinde und Alterswohnheim gratulierten der rüstigen Seniorin gestern zum 101. Geburtstag.

Südostschweiz
28.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

«Ich bin immer aufgestellt, das hat mich erhalten.»

Lina Casagrande,?Brunnen

Nadine Annen

«So hätte ich mir den Tag nicht vorgestellt», meint Lina Casagrande strahlend am Morgen ihres Geburtstages. Ein Mittagessen mit zwei ihrer Söhne sei geplant gewesen, erzählt sie. Dass sie jetzt aber mit allen Bewohnerinnen und der Belegschaft des sechsten Stocks des Alterswohnheims auf ihren Geburtstag anstossen kann, freut das Geburtstagskind: «Man kennt sich, aber begegnet sich auch nicht jeden Tag.» Da sei es schön, wenn sich einmal alle extra für einen Zeit nehmen und gemeinsam auf ihren Geburtstag anstossen würden.

Der Heimleiter Reinhold Roten beschenkt die 101-Jährige nicht nur mit Blumen, sondern bedient die Geburtstagsrunde gleich höchstpersönlich. Auch Vertreter der Gemeinde lassen es sich nicht nehmen, Lina Casagrande einen Besuch abzustatten: Vizegemeindepräsident Paul Ulrich und Vizegemeindeschreiberin Stephanie Betschart überbringen ihr einen Strauss Blumen und die besten Glückwünsche.

Frohnatur seit mehr als 100 Jahren

Dass die rüstige Dame stets zu Scherzen aufgelegt ist, beweist sie nach dem Verklingen des Geburtstagsständchens: «Jetzt müsste ich wahrscheinlich eine Rede halten.» Als Bernerin sei sie aber nicht fürs Reden geschaffen, fügt sie mit einem verschmitzten Lächeln hinzu.

Ihre Fröhlichkeit sei wahrscheinlich auch der Grund, dass sie in ihrem Alter noch so fit ist: «Ich bin eigentlich immer aufgestellt gewesen. Das ist wohl das, was mich erhalten hat», vermutet Lina Casagrande.

An ihre Kindheit erinnert sie sich gerne: Mit vier Schwestern und einem Bruder ist sie im Bernbiet aufgewachsen. Da die Arbeiter der Zimmerei des Vaters auch oft im Familienhaushalt untergekommen sind, mussten Lina Casagrande und ihre Gechwister immer viel im Haushalt mitanpacken. Der Vater sei streng gewesen, aber sie hätten es immer alle gut miteinander gehabt. «Schwere Unglücksfälle haben wir zum Glück auch keine erlebt», sagt sie.

«Berge haben mir Angst gemacht»

Nach der Hochzeit zog Lina Casagrande nach Brunnen. «Am Anfang wollte ich wieder nach Hause, die Berge haben mir Angst gemacht», lacht sie. Doch daran habe sie sich mit der Zeit gewöhnt. Bis sie vor fünf Jahren ins Alterswohnheim eingezogen ist, hat sie ihren eigenen Haushalt geführt. «Irgendwann haben die Kräfte nachgelassen. Ich bin aber zufrieden, dass ich das so lange selber machen konnte», meint sie.

Jetzt geniesst sie es, rundum umsorgt zu werden. Anstatt den Haushalt zu schmeissen, kann sie jetzt die Zeit mit ihren Lieblingsbeschäftigungen Musikhören, Lesen, «Lismen» und Spaziergängen verbringen. «Langweilig ist mir nie», sagt sie. Oft bekommt sie auch Besuch von ihren vier Kindern, sechs Grosskindern und zehn Urgrosskindern, von welchen die vife Senorin gerne voller Stolz erzählt.

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