Madame Michèle, die Frau, die Ihre Zukunft kennt
Schmetterlinge im Bauch oder Ehe futsch? Madame Michèle schaut in die Zukunft. Die dienstälteste Schweizer Hellseherin macht Station in Chur. 100 Franken – und sie klärt auch Ihre Zukunft.
Schmetterlinge im Bauch oder Ehe futsch? Madame Michèle schaut in die Zukunft. Die dienstälteste Schweizer Hellseherin macht Station in Chur. 100 Franken – und sie klärt auch Ihre Zukunft.
Von Pierina Hassler
Chur. – «Madame Michèle, die halbe Welt hat Angst, dass am 21. Dezember die Welt untergeht. Gibt es den totalen Crash?» – «Ganz sicher nicht», antwortet sie. «Ich würde so etwas spüren.» Bescheidenheit ist nicht ihr Ding. Madame Michèle sagt klar und deutlich ihre Meinung. Wobei es aus ihrer Sicht selbstverständlich nicht nur ihre Meinung ist. Denn sie weiss, wie die Zukunft ablaufen wird. Vom 6.bis 8. Dezember gastiert die Hellseherin Madame Michèle in Chur im Hotel «Sommerau». Will man ihren Rat, kostet das 100 Franken. «Bescheidene 100 Franken», wie sie sagt.
«Ich bin geboren, um zu helfen»
Madame Michèle behauptet von sich, sie sei geboren, um Menschen in Not zu helfen. Den Weg zu weisen oder bei Krankheiten die Lebensqualität zu verbessern. Und überhaupt sei sie die Inkarnation der Bernadette von Lourdes. Madame Michèle, das Medium, die Hellseherin, die Astrologin, die Heilerin … noch mehr? Sie wehrt sich: «Ich bin keine Aufschneiderin, das habe ich gar nicht nötig.» Sagts und erwähnt ganz beiläufig, dass sie jetzt seit 44 Jahren als Medium tätig sei und das sehr erfolgreich.
«Schon als kleines Kind habe ich Dinge vorausgesehen», erzählt die 76-Jährige. In ihrem Dorf, im Wald, habe damals ein Clochard gelebt. Sie habe vorausgesehen, dass der Mann im Winter von Wildschweinen gefressen würde. «Und so kam es auch.» Ihre ersten Heilerqualitäten erfuhr die kleine Michèle mit fünf Jahren. Ihr Götti war im Spital und hatte Schmerzen an den Beinen. «Ich sass auf seinem Bett und hatte plötzlich weh. Seine Schmerzen wurden zu meinen.» Solche Erfahrungen hätten sie zu einer Einzelgängerin gemacht. Ihre Kindheit sei wegen ihrer speziellen Eigenschaften nicht ganz einfach gewesen. «Professionell mit Heilen und Hellsehen habe ich aber erst mit 38 Jahren angefangen, nach meiner Scheidung.» Vorher war Madame Michèle in der Modebranche tätig und führte, wie sie sagt, ein ziemlich mondänes Leben.
«Ich habe meine Hand aufgelegt»
Neben dem Heilen und dem Hellsehen entdeckte die Rheinfeldnerin bei sich auch das dritte Auge. «Das müssen Sie sich wie im Fernsehen vorstellen: Ich kann genau sagen, dass die Person, der Sie begegnen werden, 175 Zentimeter gross ist, einen schwarzen Anzug trägt und dass sie ihn in etwa 15 Wochen treffen.»
«Madame Michèle, was sind das für Leute, die zu Ihnen kommen?» – «Das sind ganz viele prominente Menschen. Oder Personen aus der Wirtschaft mit Fragen zu Personal und Umsatzzahlen.» Auch bekannte Schauspieler und Sportler würden auf ihre Prognosen vertrauen. Eltern würden sie bitten, bei Schul- und Konzentrationsschwierigkeiten ihren Kindern beizustehen. «Schon sehr bald werden die Noten besser, weil den Kindern ja oft nur das Selbstvertrauen fehlt.» Letzte Woche sei ein junger Mann zu ihr gekommen, kein Prominenter, ein ganz normaler junger Mann, erzählt sie. «Ich habe sofort gesehen, dass er Magenschmerzen hatte. Als ich ihm meine Hand auflegte, waren sie aber schnell vorbei.» Natürlich habe der Mann Sorgen gehabt, mehr als nur simple Magenschmerzen, aber das fällt dann unter Madame Michèles Berufsgeheimnis.
«Ich versetze mich in die Person»
Viele Leute, die zu ihr kämen, hätten ihre Mitte verloren. «Sie wissen nicht mehr weiter, sind in irgendeine Richtung festgefahren. Da versuche ich ihnen rauszuhelfen.» Abgesehen vom dritten Auge fühlt Madame Michèle mit ihren Fingerspitzen positive oder negative Energie. «Ich konzentriere mich, versetze mich in die Person hinein, und dann spüre ich, wo einer Schmerzen hat, sei das psychisch oder physisch.» Allerdings könne man das eine nicht vom andern trennen.
«Ich fühle, wenn jemand lügt»
«Madame Michèle, was ist, wenn Ihre Prognose für eine Person nicht gut aussieht?» – «Ich sage den Menschen die Wahrheit, zeige ihnen einen Weg auf, aber den Weg müssen die Leute selber gehen.» Es gebe ein abänderliches und ein unabänderliches Schicksal, erklärt sie. Sie versuche das jeweils zu verdeutlichen, damit die Leute ihr Schicksal selber in die Hand nehmen würden. «Ich merke aber, wenn jemand die Wahrheit nicht erträgt. Und ich merke immer, wenn jemand mich anlügt.»
Engel und andere Helfershelfer: Die Hellseherin, Heilerin und Astrologin Madame Michèle sagt, sie lebe schon immer zwischen Himmel und Erde.
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