«Lohn da ausgeben, wo man ihn verdient»
Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses: Fluch oder Segen? Die Wirtschaft befürchtet Schlimmes, die Konsumenten freuen sich über günstige Preise im Ausland und für Reisen. Ganze Bancomaten wurden von Euro-Spekulanten geleert. Der «Bote» hat Schwyzerinnen und Schwyzer gefragt, wie sie die Entwicklungen verfolgen und was sie davon halten.
Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses: Fluch oder Segen? Die Wirtschaft befürchtet Schlimmes, die Konsumenten freuen sich über günstige Preise im Ausland und für Reisen. Ganze Bancomaten wurden von Euro-Spekulanten geleert. Der «Bote» hat Schwyzerinnen und Schwyzer gefragt, wie sie die Entwicklungen verfolgen und was sie davon halten.
«Ich verfolge die aktuellen Entwicklungen sehr. Es herrscht im Moment grosse Verunsicherung, und man weiss nicht, wie es weitergeht. Ich habe jetzt keine Euros gekauft, weil ich sie nicht brauche und das ja nur Sinn machen würde, wenn man spekuliert, dass der Kurs wieder steigt. Damit rechne ich aber nicht. Für den täglichen Gebrauch gehe ich nicht ins Ausland einkaufen, das ist mir schlicht zu weit. Für grössere Anschaffungen müsste man sich das aber schon überlegen.»
«Die ganze Euro-Krise interessiert mich nicht so. Es käme mir nie in den Sinn, jetzt extra im Ausland einzukaufen. Der Aufwand wäre viel zu gross, und ich finde es auch nicht so schlau: Man sollte besser alles, auch grössere Anschaffungen, hier kaufen und den Lohn da ausgeben, wo man ihn auch verdient. Dass die Löhne sinken, glaube ich nicht. Für Ferien ist es natürlich schön, wenn der Euro wenig Wert hat. Im Moment ist eine Reise ins Ausland sicher eine Überlegung wert.»
«Ich informiere mich zwar über die Börse, lasse aber die Finger davon: Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe. Euros kaufe ich nur gerade so viele wie nötig für meine Reisen nach Bosnien. Ich finde den Euro generell nicht gut. Dadurch, dass so viele unterschiedliche Länder die gleiche Währung haben, kommen doch erst diese Probleme. Als Arbeiter in der Victorinox vertraue ich meinem Chef, dass die Löhne nicht sinken. Den Exporteinbruch nach 9/11 haben wir ja auch überstanden.»
«Ich finde es eigentlich schade, dass der Schweizer Franken so hoch gewertet wird. Aber es ist, wie es ist. Mir wäre nie in den Sinn gekommen, jetzt einfach Euros zu kaufen, ohne dass ich sie effektiv brauche. Es ist schade, dass der Schweizer Bürger jetzt das Gefühl hat, er müsse zum Einkaufen ins Ausland. Ich versuche das zu vermeiden und gehe nicht extra ins Ausland zum Einkaufen. Ich finde nämlich sehr wichtig, dass man den Lohn dort ausgibt, wo man ihn verdient.»
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