Lenzerheide–Arosa: Ohne Zweitwohnungen fehlt das Geld
Einen grossen Teil der Investitionen für die Skigebietsverbindung mit Arosa wollen die Lenzerheide-Bergbahnen mit dem Verkauf von Wohnungen finanzieren. Doch nach dem Ja zur Zweitwohnunginitiative droht der Plan zu scheitern.
Einen grossen Teil der Investitionen für die Skigebietsverbindung mit Arosa wollen die Lenzerheide-Bergbahnen mit dem Verkauf von Wohnungen finanzieren. Doch nach dem Ja zur Zweitwohnunginitiative droht der Plan zu scheitern.
Von Hansruedi Berger
Lenzerheide. – Nächste Woche wird die Lenzerheide Bergbahnen AG (LBB) bei der Gemeinde Vaz/Obervaz ein Gesuch für den Bau von 30 Zweitwohnungen bei der Talstation in Lenzerheide einreichen. Mit dem Projekt, das später einem Investor verkauft werden soll, will die Bergbahngesellschaft einen wesentlichen Teil der Investitionen für den geplanten Skigebietszusammenschluss mit Arosa finanzieren. Insgesamt rechnen die Lenzerheide-Bergbahnen mit einem Aufwand von rund 60 Millionen Franken für die Skigebietsverbindung. Mehr als ein Viertel der Summe – 15 bis 20 Millionen Franken – soll dabei durch das Bauvorhaben beschafft werden.
Entscheid steht aus
Mit dem Ja zur Zweitwohnungsinitiative am 11. März haben die Pläne der Bergbahnen aber einen herben Dämpfer erhalten. Zwar weiss man, dass die Gemeinde Vaz/Obervaz dem Gesuch positiv gegenüberstehen wird. Gemeindepräsident Urs Häuser hat sich zu diesem Thema in der Öffentlichkeit wiederholt entsprechend geäussert. Ein konkreter Entscheid aus Bern steht jedoch bisher aus, ab wann das Bauverbot für neue Zweitwohnungen gelten soll.
Für LBB-Verwaltungsratspräsident Christoph Suenderhauf ist jedoch klar: «Das Zweitwohnungsverbot in Gemeinden mit einem Anteil von 20 Prozent oder mehr gilt erst ab 2013», dies ergebe sich aus den Übergangsbestimmungen zur Initiative. Ausserdem handle es sich bei dem Zweitwohnungsprojekt um eine Quersubventionierung des Hotelresorts, das derzeit ebenfalls auf dem ehemaligen Gelände des Club Med gebaut und auf die Wintersaison 2013 eröffnet werde.
Ein günstiger Bodenpreis sowie der Einbezug des Parkplatzes in die Nutzung hätten den Bau von über 450 Hotelbetten bei der Talstation erst ermöglicht. Dieses Geld würde der Bahn nun durch den Verkauf des Zweitwohnungprojekts wieder zufliessen.
Etappierung unausweichlich
Sollte allerdings Bern das Verbot von Zweitwohnungen schon im laufenden Jahr durchsetzen, sieht es für den Skigebietszusammenschluss mit Arosa düster aus. Denn dann müssen andere Möglichkeiten zur Finanzierung gefunden werden.
Er glaube zwar nicht, dass dadurch der Zusammenschluss der beiden Skigebiete scheitern werde, so Suenderhauf. Doch schwerwiegende Konsequenzen seien schon zu erwarten. Die Lenzerheide-Bergbahnen müssten dann eben Präferenzen setzen und gewisse Investitionen zurückstellen oder gar sistieren. Sicherlich werde es zu einer Etappierung des Projekts kommen, und auch die geplante Eröffnung der Skigebietsverbindung auf die Wintersaison 2014 sei damit gefährdet, erklärt der LBB-Präsident.
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