Lauerzer Quartier sinkt ständig weiter
Lauerz Das seenahe Quartier Niedermatt senkt sich immer mehr. Wie stark, weiss man aber nicht. Darum hat die Gemeinde nun Massnahmen eingeleitet und eine Nullmessung verlangt.
Lauerz Das seenahe Quartier Niedermatt senkt sich immer mehr. Wie stark, weiss man aber nicht. Darum hat die Gemeinde nun Massnahmen eingeleitet und eine Nullmessung verlangt.
josias clavadetscher
Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt. Das idyllisch und attraktiv direkt am Lauerzersee gelegene Quartier Seematt sinkt immer mehr ab. Vor allem sind die Liegenschaften nahe am See stark von dieser geologischen Veränderung betroffen. Feststellbar sind die Terrainveränderungen vor allem, weil Werkleitungen reissen, das Gefälle der Abwasserleitung nicht mehr funktioniert oder weil Hauszufahrten plötzlich Probleme machen. Denn während die Häuser meist auf gepfählten Fundamenten ruhen oder immer wieder gehoben worden sind, ist dies für die Umgebung nicht der Fall. Anders gesagt: Die Häuser sind stabil, die Gärten und der Rasen rundum senken sich.
Genaue Nullmessung fehlte bisher
Wie Gemeindeschreiber Markus Schnüriger bestätigte, ist das Ausmass der Senkungen aber leider nicht genau bekannt. «Wir können es gar nicht verlässlich beziffern, da die heutigen Höhenmessungen auf keine zuverlässigen Vergleichswerte aus der Vergangenheit zurückgreifen können.» Man weiss in Lauerz nicht, welche Messpunkte überhaupt gelten. Die Gemeindebehörde hat darum veranlasst, dass eine präzise Nullmessung vorgenommen wird. Bis spätestens September 2016 soll diese vorliegen. Damit wird die Grundlage geschaffen, dass künftig die Intensität und der Umfang der Setzungen genau bestimmt werden können. Die Gemeinde geht zwar davon aus, dass das Ausmass der jährlichen Setzungsrate relativ gering ist. Über die Jahre aber kann sich dies kritisch summieren. Und vor allem möchte man wissen, ob sich die Senkungen beruhigen oder beschleunigen.
Mittelfristig Massnahmen nötig
Eine Feuerwehrübung ist das Ganze also nicht. Darum sind neben der Festlegung der Nullmessung vorläufig keine kurzfristigen Massnahmen erforderlich. Die Gemeinde macht aber deutlich, dass «mittel- bis langfristig solche Massnahmen absehbar» seien. Die Erhebungen und allfällige Massnahmen werden von der Gemeinde nicht alleine durchgeführt und geplant. Alles wird in Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Amt für Vermessung und Geoinformation durchgeführt. In diesem Teamwork und unter Beizug eines Fachbüros ist auch ein Bericht erstellt worden, der nach den Ursachen dieser Senkungen geforscht hat. Infrage kommen vier Ursachen: Zersetzung, Überflutung, Zusatzlasten und Grundwasserentnahmen. Dass die Zersetzung von organischem Material im Untergrund eine grosse Rolle spielen könnte, nimmt man eher nicht an.
Zudem, so die Gemeinde, könnte dieser geologische Ablauf gar nicht beinflusst oder verhindert werden. Was die Zusatzlasten angeht, will der Gemeinderat bei künftigen Bauvorhaben ein spezielles Augenmerk darauf richten. Eher ist denkbar, dass die Grundwasserentnahmen Auswirkungen haben. In diesem Gebiet bestehen rund neun Fassungen für Wärmepumpen. Hier ist es möglich, dass Massnahmen angeordnet werden.
Sicher aber geht der Bericht davon aus, dass die regelmässigen Überschwemmungen in diesem Gebiet die Setzungen mitverursacht oder gefördert haben und weiter mitverursachen. Extreme Hochwasser sind aus den Jahren 1999, 2005 und 2013 dokumentiert. Damals wurden einzelne Parzellen in der Niedermatt bis zu zwei Meter hoch überschwemmt. Einzelne Häuser wurden bereits dreimal angehoben. Dementsprechend hält man in Lauerz nicht mit Kritik zurück, dass eine Seeregulierung bis heute nicht angegangen worden und mit negativen Entscheidungen im Kantonsrat «bislang leider verhindert worden» sei. Darum setzt man besondere Hoffnungen auf die vom Umweltdepartement eingesetzte Arbeitsgruppe, welche derzeit Wege sucht, um die Hochwasserrisiken am Lauerzersee zu reduzieren.
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