Kurze Aufenthalte bereiten Hoteliers zunehmend Kummer
Touristen halten sich weniger lang als früher in Graubünden auf. Diese Entwicklung macht der Hotellerie zunehmend zu schaffen.
Touristen halten sich weniger lang als früher in Graubünden auf. Diese Entwicklung macht der Hotellerie zunehmend zu schaffen.
Von Dario Morandi
Chur. – Mehr, dafür aber immer kürzere Ferien: Dieser Trend wirkt sich negativ auf die Übernachtungszahlen in der Bündner Hotellerie aus. Der Dachverband Hotelleriesuisse Graubünden spricht denn auch von einer «problematischen Entwicklung, der man sich stellen muss». Das geht aus seinem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht hervor. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer pro Gast ist auf 2,6 Tage gesunken. Vor zehn Jahren waren es noch 3,4 Tage.
Noch lange nicht über den Berg
Über alles gesehen leidet die Bündner Hotellerie nach wie vor unter den Nachwirkungen der Finanzkrise und unter dem harten Franken. 2013 wurden in Graubünden 5,16 Millionen Hotelübernachtungen registriert. Das sind zwar 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Über den Berg ist die Hotellerie deswegen aber noch lange nicht. Im Vergleich mit dem Rekordjahr 2008 habe die Branche bei den Logiernächten einen Rückgang um 1,1 Millionen oder 17 Prozent hinnehmen müssen, schreiben die Verbandsfunktionäre.
Wetter spielte nicht mit
Ein leichtes Plus von 0,3 Prozent mit 2,81 Millionen Logiernächten im Vergleich zum Vorjahr gab es in der Wintersaison 2013/2014. Das nicht eben berauschende Resultat führen die Hoteliers unter anderem auf schlechte Witterungsbedingungen für den Wintersport zurück. In Nordbünden habe praktisch den ganzen Winter über eine stabile Föhnlage geherrscht, währen die Südtäler reichlich mit Schnee eingedeckt worden seien. An den wichtigen Skitagen der Saison habe wegen des schlechten Wetters und der grossen Schneemengen aber «kein Pistenbetrieb aufrechterhalten werden können». Daraus resultierten namentlich für die Regionen Disentis-Sedrun, Scuol-Samnaun, Savognin und Flims-Laax schlechte Frequenzen. Den besten Winter habe Davos-Klosters gehabt, heisst es.
Es herrscht doch Zuversicht
Wenig zufrieden sind die Hoteliers auch mit der Sommersaison. Mit Ausnahme des Mai sei das Resultat in sämtlichen Sommermonaten negativ ausgefallen. «Spitzenreiter» sei der Juli «mit einem kräftigen Minus von 2,7 Prozent», hält der Verband fest.
Zumindest an der Verbandsspitze herrscht aber trotz der Minuszahlen Zuversicht. «Wir dürfen stolz sein auf unsere Leistungen», schreibt Präsident Ernst Wyrsch im Jahresbericht. Als Paradebeispiel nennt er den Gewinn der touristischen Auszeichnung «Milestone 2014» für das Projekt «Leuchtturm – energieeffiziente Hotels in Graubünden».
Marken ausbauen und pflegen
Wyrsch ruft seine Kolleginnen und Kollegen ausserdem dazu auf, nach dem Volks-Nein zu Olympischen Winterspielen die touristischen Marken in Graubünden weiter aufzubauen und zu pflegen. Es sei ein Gebot der Stunde, «dass sich jeder Hotelier, jedes Hotel und jede Destination mit dem eigenen ‘Brand’ und seiner Wirkung gegen innen und gegen aussen ausein-andersetzt».
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