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Kurz erklärt: Methadonprogramm

Über 70 Abhängige werden im Kanton ärztlich betreut und mit Methadon versorgt. Die Forschung zeigt, dass die Zahl neuer Opioidabhängiger schweizweit stark rückgängig ist.

Südostschweiz
05.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Die Zahl der Behandelten bleibt aber stabil. Zurzeit werden laut Statistik über 90 Prozent der geschätzten 22 000 bis 27 000 Abhängigen substituiert, Tendenz steigend.

• Im Methadonprogramm bekommen Opioidabhängige auf ärztliche Verordnung weniger schädlichen Ersatzstoff mit gleicher oder ähnlicher Wirkung. Für das Methadonprogramm braucht es eine kantonale Bewilligung. Eine begleitende Psychotherapie ist Pflicht. Die Therapie wird von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt.

• Methadon ist ein legales Medikament als Ersatz für illegale Opioide wie Heroin, bringt aber laut den Abhängigen nicht den entscheidenden «Kick». Der negative Einfluss auf Koordination und Wahrnehmung ist geringer, weshalb Patienten im Programm ihrem Job nachgehen, respektive wieder ins Berufsleben einsteigen können.

• Methadon führt, wie alle harten Drogen, zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit. Eine Überdosis Methadon führt, wie bei Heroin, zum Atem- und Kreislaufstillstand.

• Methadon ist auch auf der Gasse erhältlich, aber nicht so gefragt. Dies wegen des fehlenden Kicks. Abhängige, die mit Methadon handeln, investieren den Erlös daraus in «besseren Stoff». (bt)

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