Kommt bald eine Skiwoche für alle Bündner Schüler?
Graubünden-Ferien-Präsident Marcel Friberg will eine obligatorische Skiwoche für alle Bündner Schüler. Sein Vorschlag hat am traditionellen Neujahrsapéro der Tourismusorganisation für Begeisterung gesorgt.
Graubünden-Ferien-Präsident Marcel Friberg will eine obligatorische Skiwoche für alle Bündner Schüler. Sein Vorschlag hat am traditionellen Neujahrsapéro der Tourismusorganisation für Begeisterung gesorgt.
Von Pierina Hassler
Chur. – Im Garten des Churer Restaurants «Marsöl» traf sich gestern Mittag die Bündner Prominenz aus Tourismus, Wirtschaft und Politik zum Neujahrsapéro von Graubünden Ferien. Trotz eisiger Kälte war die Stimmung bei den Geladenen gut. Unter den Touristikern verspürte man da und dort sogar so etwas wie Aufbruchstimmung. Nach dem Motto: Wir sind am Tiefpunkt angelangt, es kann alles nur noch besser werden.
Dies betonte auch Marcel Friberg, Präsident von Graubünden Ferien, in seiner Neujahrsrede. Man habe zum Beispiel mit der Skiverbindung Arosa–Lenzerheide oder dem RhB-Jubiläumsjahr in Sachen Tourismus meisterliche Leistungen vollbracht. Friberg lobte auch die Bergbahnen, die alles daran gesetzt hätten, um tolle Ski-Weihnachten zu ermöglichen. Es brauche aber Innovation, und diese entstehe nicht, indem man neue Gesetze nur in homöopathischer Dosierung umsetze. «Es ist nämlich nicht mehr selbstverständlich, dass Unterländer nach Graubünden in die Berge fahren.»
Nachhaltige Idee
Und dann trumpfte Friberg mit einer speziellen Idee auf: «Ich wünsche mir, dass sämtliche Bündner Schüler jedes Jahr eine obligatorische Wintersportwoche absolvieren.» Und in dieser Woche sollen die Schüler Nachhilfeunterricht im Fach Tourismus bekommen. «Damit sie überhaupt wissen, wie wichtig der volkswirtschaftliche Faktor des Tourismus für Graubünden ist.» Friberg sagte, auf die Idee mit der Wintersportwoche sei er gekommen, weil nahezu 50 Prozent der Bündner Schüler nichts mit Wintersport am Hut hätten.
Regierungsrat Christian Rathgeb findet Fribergs Idee sehr gut. «Das ist ein guter Input und ein Anstoss, um sich ein paar Gedanken zu machen.» Graubünden-Ferien-CEO Gaudenz Thoma ist von der obligatorischen Sportwoche begeistert: «Das ist ein Wort in Gottes Ohr.» Als Tourismuskanton müsse man auch den Mut haben, etwas anzureissen, sonst sei es plötzlich zu spät. Auch Silvio Schmid vom Verband Bergbahnen Graubünden kann der obligatorischen Sportwoche nur Gutes abgewinnen. «Das ist viel die bessere und nachhaltigere Idee, als die Kinder mit einem Gratisskitag auf die Pisten zu locken.»
Viel zu teuer
Die Churer SP-Stadträtin Doris Caviezel hält viel von einer Sportwoche für Schüler. Bei Kindern, die überhaupt keinen Bezug zum Skifahren oder anderen Wintersportarten hätten, könnte man so die Freude wecken. Allerdings schätzt Caviezel ein anderes Problem als schwieriger ein. «Skifahren ist für Familien einfach zu teuer.»
Auch für SP-Grossrätin Christina Bucher-Brini ist Skifahren für Familien zu teuer. Früher habe es in den Schulen Secondhand-Börsen gegeben. «Hier konnten die Kinder günstig Ski oder Schlittschuhe kaufen.»
Wichtiger Wirtschaftszweig
So gut Fribergs Idee auch ist, sie ist nicht neu. Viele Bündner kennen die obligatorische Sportwoche aus früheren Zeiten. Und auch der Tourismus-Nachhilfeunterricht ist quasi aufgewärmter Kaffee. Bereits 1993 konzipierte Graubünden Ferien zusammen mit dem kantonalen Lehrmittelverlag den sogenannten Tourismuskoffer für alle Bündner Schüler. Darin enthalten waren Broschüren, Videos und Arbeitsblätter zum Thema Tourismus.
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