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Kloten Flyers im Cup-Final

Eishockey 43 Jahre nach dem bislang letzten Cupfinal im Eishockey wurde der Genève-Servette HC entthront. Die Genfer verloren den Halbfinal gegen die Kloten Flyers mit 1:2. Kloten steht erstmals im Cupfinal.

Südostschweiz
07.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Telegramm

Genf – Kloten Flyers 1:2 (0:0, 0:2, 1:0)

5171 Zuschauer. – SR Eichmann/Stricker, Ambrosetti/Tscherrig. – Tore: 28. Peter Mueller (Hollenstein, Simon Bodenmann) 0:1. 32. Leone (Liniger) 0:2. 58. Kast (Loeffel) 1:2. – Strafen: 1-mal?2 Minuten gegen Genève-Servette, 0-mal 2 Minuten gegen Kloten Flyers. – Genève-Servette: Robert Mayer; Loeffel, Bezina; Vukovic, Iglesias; Eliot Antonietti, Mercier; Jeremy Wick, Lombardi, Almond; Douay, Romy, Picard; Rubin, Tom Pyatt, Taylor Pyatt; Dario Trutmann, Kast, Roland Gerber; Impose. – Kloten Flyers: Jonas Müller; von Gunten, Back; DuPont, Gian-Andrea Randegger; Schelling, Frick; Steinauer, Bircher; Bieber, Santala, Brady Murray; Simon Bodenmann, Peter Mueller, Hollenstein; Romano Lemm, Liniger, Praplan; Casutt, Kellenberger, Leone. – Bemerkungen: Genève-Servette ohne Bays (krank), Jacquemet, Rivera, Marti, D Agostini (alle verletzt) und Rod, Kloten Flyers ohne Harlacher (beide U20), Martin Gerber, Stoop, Jenni, Bühler, Stancescu, Guggisberg (alle verletzt) und Vandermeer (gesperrt).

si. Die Vorentscheidung fiel bei Spielmitte innerhalb von vier Minuten. Zuerst brachte der Amerikaner Peter Mueller die Gäste in Führung, nachdem für einmal Genfs Verteidigung vor dem eigenen Gehäuse die Übersicht verloren hatte. Exakt 240 Sekunden später überlief Robin Leone die Backs von Servette und überwand Goalie Robert Mayer zum zweiten Mal. Leone rückte im letzten Moment ins Klotener Kader nach, weil Peter Guggisberg die Partie aussetzte. Er erzielte sein erst drittes Saisontor.

Starker Müller

Die beiden Klotener Goals fielen überraschend. Die Kloten Flyers hatten die Partie zwar stark begonnen, danach aber auch stark nachgelassen. Spengler-Cup-Sieger Servette schien mit einer konsequenten Spielweise den Klotenern den Schneid abzukaufen. Servette erspielte sich ein Chancenplus. Bei Kloten schlichen sich Fehler ein. Goran Bezina bot sich nach elf Minuten die beste Möglichkeit. Aber Klotens Goalie Jonas Müller, seit 35 Tagen wegen der Ellenbogenverletzung von Martin Gerber die Nummer 1 und zuletzt insbesondere nach der schwachen Leistung im kapitalen Spiel gegen Fribourg (3:4) viel kritisiert, hielt seinen Kasten bis 151 Sekunden vor Schluss rein – und ermöglichte so den Umsturz nach 28 Minuten. Jonas Müller (23 Paraden) gewann so das Duell der Goalies gegen sein prominenteres Gegenüber Robert Mayer (16 Paraden), der nach einer Verletzungspause erstmals seit dem 1. November und einer 3:5-Heimniederlage gegen Bern wieder eine Partie von Anfang an bestritt. Mayer konnte vor dem 0:1 den Puck nicht unter Kontrolle bringen und liess sich beim 0:2 aus einem spitzen Winkel erwischen. Nachdem er die ersten zehn Schüsse auf sein Gehäuse alle abgewehrt hatte, liess er innerhalb von vier Minuten zwei Abschlüsse (von dreien) «billig» durch.

Anschlusstreffer fiel zu spät

Bei Servette fehlte in der Folge die Kraft und die Energie für einen Umschwung, obwohl die Genfer Spieler von Trainer Chris McSorley sowohl nach dem Spengler Cup wie nach der 1:5-Auswärtsniederlage vom Sonntag in Davos frei bekommen hatten. Vielleicht hätte der Anschlusstreffer neuen Elan entfacht. Goran Bezina traf nach 33 Minuten aber bloss ins Aussennetz. Später verpassten Dario Trutmann (45.), Cody Almond (48.) und Daniel Rubin (49.) den Torerfolg knapp. Das Ehren-Goal fiel 151 Sekunden vor Schluss durch Timothy Kast zu spät. Eine Ausgleichschance bot sich danach keine mehr; für Aufregung sorgte bloss noch ein abgefälschter Schuss 50 Sekunden vor Schluss. In der Offensive läuft nach der so erfolgreichen Spengler-Cup-Kampagne bei Servette nicht mehr viel. Schon am Sonntag in Davos war den Genfern bloss ein Tor gelungen. Die Kloten Flyers, die sich im Kampf um einen Playoff-Platz in Rücklage befinden, stehen immerhin verdientermassen erstmals in der Klubgeschichte im Cupfinal. Kloten hatte mit 4:1 und 4:3 die ersten beiden Auswärtsspiele in Genf in dieser Saison gewonnen. Der Parcours durch die vier Cup-Runden beinhaltete für die Flyers nur Auswärtsspiele.

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