Kesb sagt Medienkonferenz nach Drohungen ab
Zürich. – In einer schriftlichen Stellungnahme wandte sich die Kesb Winterthur-Andelfingen gestern an die Medien. Man arbeite mit Hochdruck an der internen Aufarbeitung zum Kindesschutzverfahren von Flaach, hiess es.
Zürich. – In einer schriftlichen Stellungnahme wandte sich die Kesb Winterthur-Andelfingen gestern an die Medien. Man arbeite mit Hochdruck an der internen Aufarbeitung zum Kindesschutzverfahren von Flaach, hiess es.
Die gesetzliche Schweigepflicht verbiete es aber, gegenüber der Öffentlichkeit Details zum konkreten Fall bekannt zu geben. Die Kesb betont in der Mitteilung, dass es nach wie vor keine Hinweise darauf gebe, dass die akute Gefährdung der Kinder durch ihre eigene Mutter hätte erkennbar sein sollen.
«Eigentlich wollten wir am Mittwoch eine Medienkonferenz abhalten, um hinzustehen und Auskunft zu geben», sagte eine Kesb-Sprecherin auf Anfrage. Die Polizei habe jedoch dringend davon abgeraten. «Per Mail und über soziale Medien sind massive Drohungen gegen die Kesb und einzelne Mitarbeiter eingegangen.» Es gebe darunter auch Inhalte, die strafrechtlich weiterverfolgt würden. Die Situation sei grundsätzlich schwierig, sagte die Sprecherin weiter. «Gegen die Kesb läuft seit Wochen eine Medienschelte.» Als Behörde bewege man sich auf heiklem Terrain. Bei Kindesschutzmassnahmen sei immer mindestens ein Elternteil nicht einverstanden. «Sobald wir eingreifen müssen, ist klar, dass etwas nicht gut läuft.» Die Kesb Winterthur-Andelfingen soll nun wegen des zweifachen Tötungsdelikts unter die Lupe genommen werden: Der Regierungsrat verlangte gestern bis in zwei Wochen einen Bericht über die Vorkommnisse.
Die 27-jährige Mutter der beiden getöteten Kinder konnte noch nicht befragt werden, wie es gestern bei der Staatsanwaltschaft hiess. Sie war in der Tatnacht in der Nähe ihres Hauses unter dringendem Verdacht festgenommen worden. Der fünfjährige Bub und sein zweijähriges Schwesterchen wurden am Neujahrstag getötet. Nur vier Tage vor der Tat hatte die Mutter eine E-Mail an verschiedene Medien geschickt, in der sie die Kesb kritisierte. Diese habe ihr die Kinder weggenommen und in ein Heim gesteckt. (sda)
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