Keine Immobilienblase, aber zu tiefe Zinsen
Kanton Das Timing war perfekt. 280 Gäste bekamen gestern an der CVP-Tagung Informationen aus berufenem Mund zum hohen Franken.
Kanton Das Timing war perfekt. 280 Gäste bekamen gestern an der CVP-Tagung Informationen aus berufenem Mund zum hohen Franken.
Jürg Auf der Maur
Die Wirtschaftstagung der CVP hat sich in der Region in den letzten Jahren zum Stelldichein wirtschaftspolitischer Leute entwickelt. Bereits zum 25. Mal wurde der Grossanlass gestern Abend im Brunner «Waldstätterhof» durchgeführt. Einmal mehr hätten das Timing und die gewählten Experten nicht besser sein können. Nicht weniger als 280 Personen konnte Nationalrat Alois Gmür zum Jubiläumsanlass begrüssen. Sie alle zeigten sich vom Gebotenen begeistert.
Ein riesiges Währungsexperiment
Sichtlich müde, aber kein bisschen weniger unterhaltend, klar und informiert sprach Hauptredner Klaus W. Wellershof zum Publikum. Der frühere UBS-Chefökonom sprach gleich zu Beginn seiner Ausführungen vom «grössten währungspolitischen Experiment», das derzeit über die Bühne gehe. Er meinte damit den Entscheid der Nationalbank, die fixe Eurobindung wieder zu verlassen. Seither verliert der Euro gegenüber dem Franken massiv an Wert, die Schweizer Wirtschaft befürchtet Schlimmstes.
Wellershof stellte in seinem ganzen Referat den SNB-Entscheid und dessen Folgen ins Zentrum. Selbstverständlich stand trotzdem am Schluss das eigentliche Tagungsthema, die sogenannte Immobilienblase, im Zentrum.
Wellershof gibt, gleich wie der ebenfalls anwesende zweite Professor, Reto Föllmi, Entwarnung. Eine solche Blase existiere nicht. Aber die tiefen Zinsen seien ein echtes Problem. Wellershof: «Wir sind im Moment in einer äusserst prekären Lage und müssen schnellstmöglich daraus herauskommen.» Was die Wirtschaft insgesamt betreffe, machte er den Anwesenden aber Mut: «Wir sind in einer Delle, aber das wird nicht zwangsläufig in eine Rezession führen.»
War es früher einfacher?
Kritisiert wurden von den Tagungsteilnehmern neben der Politik mit ihren Regulierungen auch die Banken. Ihre Kreditvergabe sei viel zu strikt. Baumeister Pietro Minelli und Architekt Hermann Heussi sprachen von einer verlorenen Generation. Wer heute zwischen 28 und 38 Jahre alt sei, habe praktisch keine Chance, sein eigenes Haus zu erwerben.
Volkswirtschaftsdirektor Kurt Zibung machte ausserdem darauf aufmerksam, dass die Wohneigentumsrate gesamtschweizerisch zwar zugenommen, im Kanton Schwyz dagegen abgenommen habe. Es brauche aber heute keine Konjunkturprogramme. Es sei so viel Geld wie nie vorhanden, und bei den Infrastrukturen gebe es schweizweit und auch in Schwyz einen grossen Bedarf.
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