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Keine Annäherung im Bistum Chur zur Personalie Grichting

Keine Annäherung im Bistum Chur zur Personalie Grichting

«Ein offenes, konstruktives Gespräch» hat am Donnerstagabend zwischen dem Churer Bischof Vitus Huonder und der Biberbrugger Konferenz stattgefunden. Inhaltlich kam man sich nicht näher, insbesondere nicht zur Personalie Grichting.

Südostschweiz
vor 10 Jahren in

Von Denise Alig

Chur. – Der Konflikt zwischen dem Churer Bischof Vitus Huonder und der Biberbrugger Konferenz als Vereinigung der Kantonalkirchen im Bistum Chur hatte im vergangenen Frühsommer seinen Höhepunkt erreicht. So hatte die Biberbrugger Konferenz Huonders Rom-Reise zur Empfehlung von Generalvikar Martin Grichting als zweiten Weihbischof des Bistums Chur öffentlich scharf kritisiert. Unter anderem hatte die Biberbrugger Konferenz kommuniziert, Grichting habe sich «immer wieder gegen die staatskirchenrechtlichen Strukturen ausgesprochen, mit dem Ziel, die Kirchgemeinden und die Kantonalkirchen ihrer Funktionen, insbesondere auch der finanziellen zu berauben». Und: «Widerstand ist vorprogrammiert», hatte die Konferenz angekündigt. Gleichzeitig wandten sich auch der namhafte Theologieprofessor Albert Gasser und mehrere Dekane des Bistums Chur öffentlich gegen die Pläne Huonders.In einem Mitte August versandten Schreiben an alle seine Mitarbeitenden zeigte sich Bischof Vitus Huonder dialogbereit und nahm eine Reihe klärender Gespräche auf. In diesem Rahmen – das Bistum Chur war inzwischen auch Thema in der Schweizer Bischofskonferenz und im Priesterrat – traf sich Huonder am vergangenen Donnerstagabend mit fünf Vertretern der Biberbrugger Konferenz (siehe Kasten) zum Dialog.

Unverrückbare Positionen

«Wir führten ein offenes, konstruktives Gespäch», sagte Werner Inderbitzin, der Sprecher der Biberbrugger Konferenz, gestern auf Anfrage. Beide Seiten hätten ihre Argumente klar und ungeschminkt auf den Tisch gelegt. Die Atmosphäre sei angenehm, der Ton höflich gewesen, doch die Positionen unverrückbar. Auf beiden Seiten.«Huonder hat begründet, weshalb er einen zweiten Weihbischof will und deutlich gemacht, dass er an dieser Absicht festhält», so Inderbitzin. Zu konkreten Namen habe sich der Bischof nicht geäussert. Hat der Bischof erzählt, wie weit «Rom» in der Personalie Grichting ist? «Uns wurde nur gesagt, der neue Präfekt der Bischofskonkregation habe seine Arbeit am 1. September aufgenommen», sagte Inderbitzin. Da aber das Bistum Lausanne, Genf und Freiburg einen neuen Bischof brauche, dürfte der Vatikan diese Personalie prioritär behandeln. «Ein Entscheid zum Bistum Chur wird kaum in diesem Jahr fallen.»

Weitere Gespräche und ein Bericht

Als weitere Gesprächspartner wird Huonder die Dekane des Bistums Chur empfangen, wie er der Biberbrugger Konferenz darlegte. Wenn diese und weitere Konsulationen erfolgt sind, wird der Bischof alle Gespräche in dieser Sache in einem Bericht zusammenfassen und dann über das weitere Vorgehen informieren.Die Biberbrugger Konferenz ihrerseits will laut Inderbitzin im November beraten, welches – je nach Ergebnis des Bischofsberichts – die nächsten Handlungsschritte sein sollen. Bischofssprecher Christoph Casetti war gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Chur. – Am vergangenen Donnerstagabend traf sich auf dem Churer Hof eine Delegation der Biberbrugger Konferenz, der Vereinigung der Kantonalkirchen des Bistums Chur, im bischöflichen Schloss mit Bischof Vitus Huonder zum Dialog.Hauptthema war die Absicht des Churer Bischofs, den als ultra-konservativ geltenden Generalvikar Martin Grichting zum zweiten Weihbischof des Bistums Chur zu machen. Eine Ernennung Grichtings zum Weihbischof, so die Meinung der Biberbrugger Konferenz, würde den religiösen Frieden im Bistum gefährden. An der Seite Huonders nahmen Grichting selbst und Bischofssprecher Christoph Casetti am Gespräch teil.Die Biberbrugger Konferenz war vertreten durch Werner Inderbitzin, alt Regierungsrat des Kantons Schwyz. Er amtet auch als Sprecher des Gremiums. Weitere Vertreter der Biberbrugger Konferenz waren Benno Schnüriger, Präsident des Synodalrates der Katholischen Landeskirche Zürich, Stefan Müller, Präsident der Katholischen Landeskirche des Kantons Glarus, Hans Stadler-Planzer, Präsident des Kleinen Landeskirchenrates der Katholischen Landeskirche Uri, Claudia Kleis-Kümin, Präsidentin der Verwaltungskommission des Corpus Catholicum als oberster Behörde der Katholischen Landeskirche Graubünden und Grossrätin des Kreises Thusis, sowie Pfarrer Daniel Durrer, Sachseln, Vertreter der Landeskirche des Kantons Obwalden. (dea)

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