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Jugendleitbild lässt weiter auf sich warten

Kanton Die Arbeiten am kantonalen Jugendleitbild wurden wieder aufgenommen. Neu finden auch die Anliegen von Kindern darin Platz. Bis die Wegleitung erscheint, dauert es aller Voraussicht nach noch ein Jahr.

Südostschweiz
29.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

«Die erste Fassung hat die Steuergruppe nicht überzeugt.»

Peter Schmid, Amt für Gesundheit und Soziales

Claudia Hiestand

Auf dem Weg ins Erwachsenenleben spielt das Elternhaus unbestritten eine zentrale Rolle. Doch damit sich Kinder und Jugendliche in der Gesellschaft wohlfühlen und in ihren Bedürfnissen wahrgenommen werden, braucht es noch weitere Rahmenbedingungen.

Das kantonale Kinder- und Jugendleitbild, das der Kanton Schwyz seit längerer Zeit herauszugeben beabsichtigt, beschreibt deshalb, welches Umfeld eine positive Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen begünstigt.

Das einleuchtende und vernünftige Projekt hat jedoch finanzpolitisch einen schweren Stand. Seit fast sechs Jahren dümpelt es vor sich hin und wartet auf finanziell bessere Zeiten.

Evelyne Reich, ehemalige Vorsteherin des verantwortlichen kantonalen Amts für Gesundheit und Soziales, hatte mehrfach bekräftigt, das Werk umsetzen zu wollen, musste die Öffentlichkeit aufgrund des Spardrucks aber immer wieder vertrösten. Im Sommer dieses Jahres verkündete sie dann aber, dass die Arbeiten am Leitbild Anfang 2014 wieder aufgenommen worden seien.

Bereich «Kinder» auch abdecken

Reich hat in der Zwischenzeit demissioniert. Zurzeit beschäftigt sich ihr interimistischer Nachfolger Peter Schmid mit dem Papier und stellt dessen Veröffentlichung auf Ende 2015 in Aussicht. So richtig daran glauben mag man in Anbetracht der vielen Endlosschlaufen in den vergangenen Jahren nicht. Wie dem auch sei, das Amt für Gesundheit und Soziales ist laut Schmid derzeit daran, das Leitbild nochmals zu überarbeiten. «Die erste Fassung hat die Steuergruppe inhaltlich und vom Aufbau her nicht überzeugt», erklärt er. Ausserdem werde man den Bereich «Kinder» zusätzlich noch abdecken.

Ausschlag dafür gab das Kinder- und Jugendförderungsgesetz des Bundes, das im Jahr 2013 in Kraft getreten ist. Dies ist auch der Grund, weshalb die Wegleitung von Jugendleitbild in Kinder- und Jugendleitbild umbenannt wurde. Dass es noch ein Jahr dauert, bis das Leitbild aller Voraussicht nach erscheint, hat laut Schmid damit zu tun, dass die Arbeiten auf andere Geschäfte abgestimmt werden müssen und für das Projekt keine zusätzlichen personellen Ressourcen zur Verfügung stehen.

Eine Orientierungshilfe

Das neue Papier richtet sich an alle, die Kinder und Jugendliche begleiten, fördern, ausbilden oder sich in irgendeiner Form an deren Sozialisationsprozess beteiligen, konkret also an Eltern, Schulen, Jugendorganisationen, Beratungsstellen, Vereine, Verbände oder politische Gremien. Den Gemeinden soll es vor allem eine Orientierungshilfe sein. Es steht ihnen frei, wie und wann sie die Empfehlungen des kantonalen Kinder- und Jugendleitbilds umsetzen wollen.

Die Arbeiten zum ursprünglichen Jugendleitbild waren 2009 in Angriff genommen worden, nachdem der Kanton 1992 und 2006 bereits ein Behinderten- respektive ein Altersleitbild herausgegeben hatte. Vertreter von Gemeinden, Jugendorganisationen, Schulen und der kantonalen Verwaltung waren bei der Erarbeitung der Leitsätze und Empfehlungen einbezogen worden. Dadurch ist gewährleistet, dass die Anliegen von Kindern und Jugendlichen im Leitbild verankert sind.

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