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Jubiläums-Fahrt für 80 Rappen

Die Standseilbahn Schlattli-Stoos, die voraussichtlich auf die Wintersaison 2015/16 durch eine neue Bahn ersetzt wird, feiert am 19. August den 80. Geburtstag.

Südostschweiz
Freitag, 16. August 2013, 02:00 Uhr

Von Ernst Immoos

Stoos. – Der Bau der Standseilbahn Schlattli-Stoos galt als Meisterwerk der Ingenieurskunst, an dem Ingenieur Fritz Bigler, Schwyz, massgeblich beteiligt war. Das Trassee, welches über eine 45 Meter lange, eiserne Bogenbrücke über die Muota führt und sich an den steilen Felswänden zum Stooshorn hochschraubt, ist mit zwei Tunnels versehen. Und die gesamte Bahnanlage samt Infrastruktur wurde vor über 80 Jahren mit Kosten von 750 000 Franken errechnet. So wie die für heutige Verhältnisse unglaublich tief erscheinenden Baukosten, so sensationell schnell wurde das Werk realisiert: Im Frühjahr 1932 war Baubeginn, und am 19. August 1933 wurde die Bahn mit maximal über 78 Prozent Steigung eröffnet und galt als die steilste Drahtseilbahn der Welt.

Ein Geburtstagsgeschenk an alle

Auf den Tag genau 80 Jahre nach der Bahn-Eröffnung kann am Montag, 19. August, jeder Stoos-Besucher vom Schlattli aus für 80 Rappen auf den Stoos fahren. An diesem Tag sind die pensionierten Bähnler mit der Bahn für die Besucher unterwegs. Wer etwas mehr über die Standseilbahn erfahren möchte, der kann am 31. August an einer der beiden technischen Führungen teilnehmen (Anmeldung info@stoos.ch oder 041 818 08 08). Das 80-Jahr-Jubiläum der Bahn feiern auch einige Gastbetriebe auf dem Stoos. Am 7. September gibt es in den Betrieben Alpstubli, Gipfelrestaurant Fronalpstock, Naturfreundehaus, Seminar- und Wellnesshotel, Sternegg und Welesch Kaffee für 80 Rappen.

27. November 1928: Initiativkomitee reicht Konzessionsgesuch für den Bau einer Standseilbahn von Schwyz nach Stoos beim Baudepartement ein.

15. März 1930: Erhalt der Konzession für den Bau der Standseilbahn.

1932: Gründung Drahtseilbahn Schwyz-Stoos AG.

Frühjahr 1932: Baubeginn.

19. August 1933: Eröffnung Standseilbahn Schlattli-Stoos.

1952: Einbau Krananlage Schlattli für den Verlad schwerer Güter.

November 1955: Umbau Maschinenanlage Stoos und Revision der beiden Wagenkästen, Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit auf 2,5 m/Sek.

1956: Einbau Steuerkabine für Maschinisten in der Bergstation, Erstellung grosser Parkplatz beim Chlingentobel, Bau Garagengebäude im Schlattli.

1964: Prüfung der Möglichkeit einer gründlichen Erneuerung der Bahn und der Stationsanlagen und Prüfung Ideen einer parallel laufenden Luftseilbahn.

1967: GV-Beschluss Erhöhung Aktienkapital von 550 000 Franken auf 2 Millionen Franken.

April 1968: Beginn Um- und Ausbauarbeiten Stoosbahn.

Winter 1968/1969: Montage neuer Seilbahnantrieb.

Mai/Juni 1969: Umstellung vom alten auf den neuen Antrieb. Anschliessend Abbruch der alten Stationen und Neubau Personen- und Güterhallen

11. Mai 1970: Einbau neue Muotaschluchtbrücke und Ersatz der Wagen.

9. Dezember 1970: Einweihung der erneuerten Bahn.

1971: Durchgehende Verschweissung der Schienenstösse, Erneuerung des Unterbaus und Inbetriebnahme der Fernsteuerung.

1975: Umbau Güterwagen, damit er auch für lange und sperrige Güter eingesetzt werden kann.

1979: Umbau Kassensystem und Schaffung von Stauräumen in der Bergstation.

1992: Einbau neue Steuerung.

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