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Jetzt wird die Linienführung der Umfahrung optimiert

Die Gemeinden drücken aufs Tempo: Bis Ende 2018 soll das Projekt Umfahrungsstrasse A53-Gaster fertig ausgearbeitet werden. Die Gemeinden beteiligen sich am Prozess. Und beziehen dafür gar die Umfahrungs-Kritiker mit ein.

Südostschweiz
05.12.13 - 01:00 Uhr

Von Anina Peter

Bei der IG Mobilität nimmt man die Nachricht überrascht, aber erfreut zur Kenntnis. «Das ist ein positiver Schritt der Behörden», sagt IG-Sprecher Roger Zahner. Die Region Zürichsee Linth teilte gestern in einer Medienmitteilung mit, dass die IG bei der Ausarbeitung des Projekts Umfahrung A53-Gaster mitwirken solle.

Die IG Mobilität – mit mehr als 100 Mitgliedern aus verschiedenen Gemeinden – hatte sich in den letzten Monaten stets kritisch gegenüber dem Projekt geäussert. Sie wollte verhindern, dass die Umfahrung ins nächste Strassenbauprogramm des Kantons aufgenommen wird (die «Südostschweiz» berichtete).

Nach Jahrzehnten endlich starten

Der Kampf der IG Mobilität war jedoch erfolglos. In der Septembersession nahm der Kantonsrat die Gasterumfahrung ins 16. Strassenbauprogramm auf. Die Strasse wurde gar der höchsten Prioritätsstufe zugeteilt.

Schon seit Jahrzehnten verlangen die Gemeinden im Linthgebiet nach verkehrsentlastenden Massnahmen. Jetzt endlich ist eine Lösung in Sicht. Der Verbund Region Zürichsee Linth (RZL) verkündete gestern: Bis Ende 2018 soll ein ausgearbeitetes Auflageprojekt vorliegen.

«Wir freuen uns, jetzt endlich loslegen zu können mit der Planung der Umfahrungsstrasse», sagt Markus Schwizer, Präsident der RZL und Gemeindepräsident von Kaltbrunn.

Zurzeit sucht der Kanton das Planungsbüro, das mit der Projekt-Ausarbeitung beauftragt werden soll. «Sobald der Auftrag vergeben ist, können wir einen Zeitplan aufstellen und den Prozess starten», erklärt Schwizer das weitere Vorgehen.

Planung erst nach neuer Studie

Der Prozess sieht vor, dass die Gemeinden und das Büro vorerst noch einmal eine Studienphase durchführen. Danach geht es an die Ausarbeitung des Auflageprojekts.

Wie der Verbund gestern in einer Medienmitteilung schreibt, soll in der Studienphase die Linienführung der Strasse überprüft und optimiert werden. Denn diese wurde von diversen Seiten bemängelt. Auch von Umfahrungsbefürwortern.

Vorschläge für eine bessere Strassenführung gab es viele. Auch aus der Bevölkerung. Diese hatte an einem Verkehrsforum vor einem Jahr die Gelegenheit, ihre Anliegen anzubringen. Die Vorschläge sollen nun in die Planung einfliessen, wie die RZL schreibt. Der Verbund betont, dass sie den «Dialog mit der Bevölkerung» weiterführen will. Deshalb werde im Januar die Begleitgruppe des Verkehrsforums reaktiviert.

Die Begleitgruppe setzt sich zusammen aus Vertretern von Parteien und Ortsgemeinden aus allen von der Umfahrung betroffenen Gemeinden. Sie soll den Gemeinden beratend zur Seite stehen.

Zwei IG in Begleitgruppe

Nicht nur Zahners IG Mobilität wird ab Januar Mitglied dieser Gruppe sein. Neu mit dabei ist auch die IG Lebensqualität. Diese hatte sich für eine schnelle Umsetzung des Umfahrungsprojekts eingesetzt. Von der IG Lebensqualität war gestern niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Zahner von der IG Mobilität hofft, dass die Gruppe auch «Denkarbeit leisten kann». Und dass es Spielraum für Neues gibt. «Die Diskussion muss weiter gehen als am Verkehrsforum», sagt Zahner. Er wolle sich überraschen lassen, wie viel Potenzial die Gruppe wirklich biete.

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