Jeder Kanton kocht sein Spitalsüppchen
Der Ärger über die steigenden Prämien kommt gerade zwischen den Jahren wieder auf, wenn die neue Rechnung der Krankenkasse ins Haus geflattert kommt. Drei, fünf, sieben Prozent mehr werden für 2015 verlangt.
Der Ärger über die steigenden Prämien kommt gerade zwischen den Jahren wieder auf, wenn die neue Rechnung der Krankenkasse ins Haus geflattert kommt. Drei, fünf, sieben Prozent mehr werden für 2015 verlangt.
Von Anna Wanner
Dass es auf Bundesebene das Bestreben gibt, Kosten einzudämmen, ist für den Einzelnen also kaum sichtbar. Dabei werkelt das Parlament seit den Neunzigerjahren an einer gesamtschweizerischen Spitalplanung, die neben mehr Qualität vor allem die Kosten senken soll. Denn der Betrieb von rund 300 Spitälern in der Schweiz verschlingt über 40 Prozent der 70 Milliarden Franken, die 2013 an Gesundheitskosten anfallen.
Die revidierte Spitalplanung zeigt nicht überall Wirkung. Denn anstatt über die Kantonsgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten, kochen manche Gesundheitsdirektoren ihr eigenes Süppchen. Und sie wollen davon partout nichts abgeben. Es fehlt ihnen an Visionen, wie die Versorgung nicht nur für den eigenen Kanton und seine Bevölkerung ausgestaltet werden soll, sondern schweizweit. Für einen fairen Wettbewerb müssten alle Spitäler die gleich langen Spiesse haben. So würden sich die Besten durchsetzen. Solange aber manche Kantone die Vorgaben unterlaufen und eigene Spitäler bevorzugen, bleibt der Wettbewerb unfair.
Am einfachsten zu lösen wäre das Problem, indem die Kantone Tabula rasa machen und die gesamte Spitallandschaft auf dem Reissbrett neu zeichnen. Doch dazu fehlt der Mut, der Mut zum grossen Wurf. Es ist einfacher, an den verkrusteten Strukturen festzuhalten. So muss sich keiner die Finger mit der Schliessung eines Spitals verbrennen. Den Preis zahlen die Einzelnen über die Krankenkasse.
awanner@suedostschweiz.ch
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