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Jasmin Nunige: «Ich bin glücklich und sehr zufrieden»

Der Österreicher Markus Hohenwarter und die Französin Aline Camboulives gewannen am Samstag den Jungfrau-Marathon. Mit Platz 3 lieferte die Davoserin Jasmin Nunige am topbesetzten Rennen im Berner Oberland ein Top-Ergebnis ab.

Südostschweiz
12.09.11 - 02:00 Uhr

Von Jörg Greb

Leichtathletik. – Entspannt waren ihre Gesichtszüge. Die Augen strahlten. Jasmin Nunige lag am Samstag im Ziel auf der Kleinen Scheidegg in den Armen ihres Ehemannes Guy Nunige. Sie hatte Grund für die Freude. Der ehemaligen Spitzenlangläuferin und aktuellen Berglauf-Spezialistin glückte beim Jungfrau-Marathon über 42,195 Kilometer mit 1839 Höhenmetern ein weiteres erstklassiges Ergebnis: Rang 3. Knapp sechs Minuten verlor sie auf die erstmalige Siegerin Aline Camboulives aus Frankreich und eine gute Minute auf die ehemalige Olympia-Mountainbikerin und ausgewiesene Berglauf-Spezialistin Daniela Gassmann aus Galgenen. «Im Schlussabschnitt stellte ich zwar fest, dass ich Gassmann immer näher komme, aber ich richtete meine Gedanken nicht auf meine Widersacherinnen aus», erklärte die glückliche Nunige im Ziel.

Bestätigung des Vorjahres-Resultats

Vom ersten Meter an konzentrierte sie sich nach dem Start in Interlaken auf sich selber, auf ihr Körpergefühl. Und die Bündnerin fuhr gut damit. Zwar nahmen ihr die vor ihr eingereihten Camboulives und Gassmann schon auf den «flachen» 20 Kilometern bis Lauterbrunnen rund eine Minute ab. Doch Nunige sagte sich: «Mein Gelände, das kommt erst.» Als es aber steil wurde, verlor sie weiter Zeit. Erst ganz am Schluss, als zwischen der Skiliftstation Wixi und dem Eigergletscher auf nur zwei Kilometern 380 Höhenmeter zu bewältigen waren, drehte sie auf. Für eine noch bessere Klassierung war es aber zu spät. Nunige aber kümmerte dies keineswegs: «Ich bin glücklich und sehr zufrieden.» Erhärtet sah sie ihr Resultat nicht allein durch den Rang, sondern auch durch die Zeit. Praktisch gleich lang war sie unterwegs wie im Vorjahr, als sie ebenfalls den dritten Rang erreicht. Damals aber war es merklich kühler – «und mit der Hitze komme ich in der Regel schlecht zurecht», wie sie betonte.

Herausgefordert durch Konkurrenz

Mit dem Jungfrau-Marathon verbindet Nunige mittlerweile viel. Zum dritten Mal in Folge glückte ihr nach Rang 2 vor zwei Jahren bereits ein Podestplatz. Die 38-jährige ehemalige Spitzenlangläuferin nennt zwar den Swiss Alpine Marathon den «emotionalen Höhepunkt». Um ihr Heimrennen handelt es sich beim zwei- ten Berglauf-Klassiker der Deutschschweiz. In Davos war sie auch auf den Geschmack gekommen. 2005 und 2008 konnte sie sich als Siegerin über die Königsdistanz K78 feiern lassen. In diesem Jahr gelangen ihr mit zweiten Plätzen beim Zermatt-Marathon und beim LGT-Marathon in Liechtenstein zwei noch bessere Klassierungen. Jetzt aber betonte sie: «Eine vergleichbare Dichte an Spitzenläuferinnen hat es kaum woanders als am Jungfrau-Marathon. Das macht es spannend.» Und als weiteres «Riesengeschenk» betrachtet sie das Ergebnis. Vor sechs Monaten erst wurde bei ihr die Krankheit Multiple Sklerose diagnostiziert. «Eine neue Balance» hat sie gefunden, und «solche Erfolge wie am Jungfrau-Marathon vermitteln Vertrauen in mich und meinen Weg.»

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