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Jari Kurri: Ein besonderer Gast in Davos

eishockey Er geniesst auch ausserhalb von Finnland einen Legenden-Status: Jari Kurri (54), fünffacher Stanley-Cup-Sieger mit Edmonton, aktuell Generalmanager von Jokerit Helsinki.

Südostschweiz
29.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

si. In den goldenen Achtzigerjahren der Oilers stieg der Stürmer als kongenialer Partner von Wayne Gretzky zum Superstar auf. Auf 1631 Skorerpunkte kam er im Lauf seiner brillanten Karriere in der National Hockey League. «Es waren wunderbare Zeiten. Nicht nur das Team gewann den Stanley-Cup, sondern die ganze Stadt», erinnert sich Kurri bei einer Gesprächsrunde im Hotel Europe. An der Exhibition in Davos gefällt dem prominenten Gast das Ambiente ebenso: «Die Atmosphäre tut uns gut.»

Der anspruchsvolle Prozess

Das familiäre Umfeld und die kurzen Wege seien ein angenehmes Kontrastprogramm zum üblichen Reisestress. Und ganz unbekannt ist ihm die Schweiz nicht. Während seines einjährigen NHL-Time-outs verhandelte er mit dem HC Lugano. Der Transfer scheiterte – Kurri verbrachte stattdessen einen milden Winter in der Serie A bei den Milano Devils. «Ich habe vor allem viel und lange gegessen», scherzt der 54-Jährige. Der Hockey-Sport und Kurri – eine ewige Verbindung. 1998 verliess er in Colorado zwar den Rink ein letztes Mal, aber nie die Sportbühne. Während zwölf Jahren stand er auf verschiedenen Ebenen dem finnischen Nationalteam zur Verfügung, bis er zu seinen Jokerit-Wurzeln zurückkehrte: «Der Klub hat mir einst die Chance gegeben, meine Träume zu verwirklichen.» Er habe eigentlich immer mit dem Gedanken gespielt, einst wieder für die Institution aus Helsinki tätig zu sein. Seit sich das Szenario konkretisierte, als erste Equipe von Suomi in die russische KHL einzusteigen, operiert Kurri als Generalmanager. Die Aufgabe, den Verein in einer neuen und grossen Liga zu etablieren, sei eine gewaltige Herausforderung. «Es ist ein spannendes Projekt, das uns auf ein neues Level führen kann. Aber der Prozess ist anspruchsvoll», führt er aus. In einer ersten Phase sei man in Finnland der neuen Hockey-Kultur mit Argwohn begegnet, gibt Kurri zu: «Aber mittlerweile interessieren sich in allen Teilen des Landes Leute für Jokerit. Unsere Auftritte in der KHL werden verfolgt.» Sie würden mittlerweile als Botschafter für die finnische Hockey-Bewegung wahrgenommen. «Jokerit geniesst auch in den russischen Städten ein hohes Ansehen.»

Vergleich mit der NHL

Die Spekulationen über verspätete Geldüberweisungen nimmt Kurri gelassen: «In Russland funktioniert alles ein bisschen anders. Man braucht Geduld. Aber das Produkt stimmt.» Der Vertrag mit der KHL ist für drei Jahre fixiert. «Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass das Projekt danach weitergeht.» Für ihn wäre auch wünschenswert, dass weitere Teams aus Westeuropa einen ähnlichen Schritt machen. Er stuft das Niveau im russischen Championat hoch ein: «Die Spitzenteams würden im Vergleich mit der NHL nicht schlecht aussehen.» Vergleiche seien aber wegen der unterschiedlichen Eisflächen schwierig. «Und in der NHL ist der Spielplan dichter. Die Belastung der Spieler ist grösser.»

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