Jansrud bester Abfahrts-Sprinter
Ski Alpin Kjetil Jansrud erwies sich in Kitzbühel in der kürzesten Hahnenkamm-Abfahrt aller Zeiten als der beste Sprinter. Patrick Küng wurde als Siebter bester Schweizer.
Ski Alpin Kjetil Jansrud erwies sich in Kitzbühel in der kürzesten Hahnenkamm-Abfahrt aller Zeiten als der beste Sprinter. Patrick Küng wurde als Siebter bester Schweizer.
si. Zwei Stunden mussten sich die Zuschauer bei schlechtem Wetter gedulden, ehe ihnen doch noch etwas geboten wurde. Der Nebel hatte sich aber derart hartnäckig im Gelände festgesetzt, dass nur noch ein Notprogramm mit Start am Seidlalm-Sprung möglich war. Das ergab noch gut 58 Sekunden an Fahrzeit für den Sieger Kjetil Jansrud, der bereits die beiden Trainings – die aber auf der Originalstrecke – dominiert hatte. «Ich wäre eigentlich lieber von ganz oben gefahren, denn die Passagen dort wie Mausefalle und Steilhang liegen mir besonders gut. Aber die Sicherheit geht vor, und nun bin ich einfach nur glücklich, ein erstes Mal überhaupt in Kitzbühel gewonnen zu haben.»
Eine Sprint-Abfahrt ist für Kitzbühel nichts Neues. Didier Cuche gewann 1998 eine solche Veranstaltung, doch die damalige Prüfung gliederte sich in zwei Läufe, von denen jeder einzelne länger war als der aktuelle. Und auch 2012, beim letzten Sieg von Cuche, dauerte das verkürzte Rennen mit Start bei der Alten Schneise rund 15 Sekunden länger.
Kraftvollster Starter
Als Sprinter konnte aber Jansrud noch eine weitere seiner Qualitäten einbringen: Keiner startet so kraftvoll und gut wie der Skandinavier. Auf den ersten 20 Fahrsekunden nahm er dem Nächstbesten knapp zwei Zehntel ab, was schon fast einer Vorentscheidung gleichkam. Dominik Paris, der Gewinner des Super-G vom Freitag, kam ihm zwar in den Passagen über Hausberg und Traverse noch gefährlich nahe, aber letztlich sprachen zwei Hundertstel für den Norweger, der seinen fünften Saisonsieg und den achten seiner Karriere errang.
Die Schweizer, die am Wochenende zuvor in Wengen auf der längsten Abfahrtsstrecke des Weltcups sieben ihrer Fahrer in die Top 12 gebracht und dank Beat Feuz, Carlo Janka und Patrick Küng die Ränge 2 bis 4 belegt hatten, blieben im Kitzbüheler Sprint deutlich geschlagen. Einzig Küng schaffte es als Siebter unter die besten zehn. Feuz und Janka folgten auf den ungewohnten Rängen 15 und 22, für den Rest der Schweizer gab es nicht einmal mehr Weltcuppunkte.
Patrick Küng war letztlich der einzige Schweizer, der ein einigermassen positives Fazit ziehen konnte. Als Siebter verlor er nur vier Hundertstel auf den viertplatzierten Georg Streitberger, den besten der Österreicher, die es in ihrem wichtigsten Heimrennen auch nicht aufs Podium brachten. Küng wusste, wo er ein besseres Resultat vergeben hatte: «Die Traverse bin ich fast zu gut gefahren. Ich war zu hoch und habe dann zu spät runtergezogen.» Immerhin realisierte er sein mit Abstand bestes Abfahrts-Ergebnis in Kitzbühel, wo er über Rang 14 noch nie hinausgekommen war.
Feuz und Janka sahen sich schon nach wenigen Sekunden geschlagen. «Flache Starts liegen mir gar nicht», erklärte Feuz, der sich rund die Hälfte seines Rückstandes schon auf den ersten Metern einhandelte, «solche Sprints sind schwierig für mich. Ich bevorzuge längere, anspruchsvolle Strecken.» Noch härter traf es Janka: «Mir kam am Start ein Stock in die Quere.» Sechs Zehntel seiner letztlich 0,86 Sekunden Rückstand liess der Bündner alleine wegen dieses Missgeschicks liegen.
Défago letztmals in Kitzbühel
Seit dem Rücktritt von Didier Cuche präsentiert sich Kitzbühel für die Schweizer Abfahrer als steiniger Boden. Cuche wurde mit seinen fünf Abfahrtssiegen zum Rekordgewinner in Kitzbühel, doch mit seinen Erfolgen ist und war er seit der Jahrtausendwende im Schweizer Team fast immer allein. Neben ihm schafften es in dieser langen Zeit nur Didier Défago (2009 als Sieger) und Ambrosi Hoffmann (2004 als Dritter) je ein Mal aufs Abfahrts-Podium. Défago vergab am Samstag seine Chance mit einem Ausritt, der gefährlich nahe ans Netz führte. In seinem letzten Rennen in Kitzbühel blieb so dem Ende Saison zurücktretenden Romand nur Platz 34.
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