Jürg Kunz hats erfunden
Wer von Chillout Riden spricht, kann nicht über ihn hinwegsehen: Jürg Kunz. Der Mann hat nicht nur das Skifahren entschleunigt, sondern auch den Ski dazu erfunden.
Wer von Chillout Riden spricht, kann nicht über ihn hinwegsehen: Jürg Kunz. Der Mann hat nicht nur das Skifahren entschleunigt, sondern auch den Ski dazu erfunden.
Von Rachel Van der Elst
Jetzt, wo der Schnee auch ins Glarnerland gefunden hat, ist Jürg Kunz kaum mehr zu halten – es zieht ihn auf die Piste. Aber nicht um zu fahren, wie man von einem Snowboard-, Ski- und Pistenentwickler denken könnte, sondern um sein neues Baby, den «Rocker», unter die Leute zu bringen.
Innovative Idee
Der Rocker, das ist ein Ski mit einem Shape, wie es ihn vorher noch nie gegeben hat. Oder, wie man es auch ausdrücken könnte: Der Kontaktpunkt der Kanten mit dem Schnee bleibt nicht wie beim Carver in der Spitze des Skis hängen, sondern verschiebt sich im Verlauf einer Kurve in Richtung Bindung. Die Spitze wird entlastet und gräbt nicht. Das braucht weniger Kraft beim Skifahren, bügelt Fehler aus und lässt vor allem Carven schon bei tieferen Geschwindigkeiten zu.Das ideale Gefährt also fürs Chillout Riding. Das war der Gedanke, der auch Jürg Kunz kam, als er zusammen mit Palmer Snowboard den Ski vor drei Jahren erfunden hatte. «Das Problem ist heute, dass die meisten Leute zu aggressiv und zu schnell fahren, weil Carving-Ski kein anderes Fahren zulassen», sagt Kunz.
Spass und Genuss
Doch Chillout Riding ist eine andere Einstellung. «95 Prozent der Leute wollen das gar nicht. Sie wollen Spass haben mit der Familie oder Freunden draussen sein, das Skifahren geniessen.» Die Leute fänden das cool, denn um die Natur zu geniessen braucht es nicht unbedingt Helm und Protektoren. Natürlich seien das gute Instrumente um sich zu schützen, doch ein Helm und Protektoren nützten nichts, wenn die Einstellung nicht «friedlich» sei. «Ausserdem ist es das Chillout-Projekt für jedermann – vom Anfänger über den Angefressenen bis zu den Grosseltern», sagt der 50-Jährige. Und wer denkt, das sei nur für Langsamfahrer, wird eines Besseren belehrt: «Natürlich gehört schnelles Fahren dazu, das macht ja auch Spass. Aber es ist eben kontrollierter und entspannter als mit gängigen Carving-Ski.»
Grosses Interesse
Das Angebot kommt an; die Motivation, auf die Piste zu gehen, sei so viel grösser, hat der Glarner beobachtet. Und dazu profitieren auch die Skigebiete davon: Bisher sind es mit St. Moritz, Davos Kloster, Lenzerheide und Heinzenberg vier Skigebiete im Kanton Graubünden, die mitmachen und eigene Chillout-Riding-Zonen eingerichtet haben.
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